Das Wetter in Norwegen gibt heute noch einmal alles, was es zu bieten hat. In der Nacht Sturm mit 20 m/sec in Böen deutlich mehr. Und dazu wolkenbruchartiger Regen. Das ein oder andere Zelt hat es in der Nacht zerlegt, unter anderem das von Harmtine. Da der Wind kurz vorher von Nord Ost auf West gedreht hat, standen viele Zelte falsch herum zum Wind. Meins hat es zum Glück gut überstanden. Nur auf der Eingangsseite hat der Wind den Regen durch die Lüftungsöffnungen gedrückt und das Innenzelt naß gemacht. Es stand eben auch verkehrt herum. Die Öffnungen sind sonst auf der windabgewandten Seite.
Ab 5 Uhr morgens haben spätestens alle in der Küche gesessen und auf das Ende des Sturmes gewartet. Um 8 hat der Regen aufgehört, um 9 war mein Zelt weitgehend trocken gepustet. Zeltabbau und Sachenpacken bei Sturm. Hatte ich glaube ich noch nicht. Bei Sturm aufbauen, ja, aber abbauen glaube ich nicht.
Danach war aber an losfahren nicht zu denken. Der Sturm hätte mich samt Fahrrad von der Straße geweht.
Ab 12 Uhr wurde es etwas besser und Harmtine, Sebastian (aus Hannover) und ich haben uns ein letztes mal auf den Weg zum Extra 1000 gemacht. Das ist so eine Art Aldi deluxe. Noch einmal Rosinenbrötchen mit Kardamomgeschmack, Vanillezucker aus der verschließbaren Plastiktüte, Naschmöhrchen,einen Klumpen geschmacklosen norwegischen Käse, salziges Knäckebrot (für den Geschmack) und Melkesjokolade med hele hasselnøtter. Anschließend einen kleinen Rundgang durch die Stadt. In 15 Minuten ist man durch. Dann in ein Kaffee mit selbsgemachten einfachen Teilchen. Espresso, Apfeltasche. Der Sturm hat sich gelegt, die Sonne kommt raus, der Himmel wird blau. Wir stehen so schnell nicht mehr auf. Cappuccino, Blätterteich mit Schokofüllung. Wie alle Norweger sitzen wir bei 17 Grad mit T-Shirt in der Sonne und genießen den Lørdag Nachmittag bei hellem Sonnenschein. Wer weiß, wann man hier wieder Gelegenheit dazu hat. Und dann liegt da noch unser Schiff (Sebastian uns ich fahren am Montag Boot dem gleichen Schiff nach Süden), die „Nordkapp“ im Hafen. Auf ihrem Weg nach Kirkenes an der russischen Grenze liegt sie hier so lange, bis die Busse mit den Nordkapbesuchern wieder zurückkommen:



Abends, aus dem Hotelzimmerfenster sehe ich noch ein schwimmendes Hochhaus (Kreuzfahrtschiff) in den Hafen einlaufen. Diese andauernde Anwesenheit von Wasser, fließend, strömend, liegend süß und liegend salzig, aufgewühlt oder still und meistens verbunden mit Weite, werde ich sehr vermissen. Noch einen Tag in Honningsvåg (wir habe gefragt: das Cafe hat auch heute geöffnet), dann die Fahrt auf der „Nordkapp“ (auf ihrem Weg nach Süden) zurück nach Tromsø und am Mittwoch mit dem Flieger über Oslo nach Düsseldorf. Schon zu Ende das kleine Abenteuer. (Ich muss mir unbedingt ein paar Karten von Patagonien besorgen)



Das Bild ist von Freitag. Ungefähr eine halbe Stunde nach dem Foto mit der Weltkugel…..

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