80 Tage zum Nordkapp

Autor: Engelbert

  • Epilog

    -ein paar zusammenfassende Gedanken zu einzelnen Aspekten der Reise-

    80 Tage bis zum Nordkap war das Ziel für mein Fahrrad und mich. In 78 habe ich es geschafft. Dass ich schneller war, lag nicht an den größeren Tagesleistungen, sondern einzig und allein am Wetter. Durch den Regen habe ich eine Sonderrunde auf den Lofoten und eine Wanderung auf die „Sieben Schwestern“ bei Monhatten und die Übernachtung auf dem Campingplatz am Monhatten weggelassen und dadurch 2 Tage gewonnen.

    Die körperliche Anstrengung ist nur in der ersten Zeit das Hauptthema der eigenen Gedanken. -Das stimmt so nicht.- Bis zum letzten Anstieg zum Nordkap habe ich es als Anstrengung empfunden. Es wird nur mit der Zeit leichter die Anstrengungen zu ertragen. Sie gehören zum Tagesablauf dazu.
    Zu Beginn der Reise war es jeden Morgen eine kleine Willensanstrengung aus dem Zelt zu krabbeln, alles einzupacken und sich dann auf den Weg zu machen. Getoppt wird das, wenn es morgens beim Aufwachen bereits in Strömen regnet. Aber das Überwinden des Aufbruchs wird immer einfacher und zur Gewohnheit. Irgendwann wusste ich, dass und wie ich alles im Zelt einpacken kann und dass ich auch das Zelt abbauen kann, ohne dass das Innenzelt nass wird.
    Der Regen hat einen großen Teil meiner Tour in Norwegen bestimmt. Aber auch das ist händelbar, wenn man, wie ich, abends nach Möglichkeit einen Campingplatz ansteuert. Neben der Möglichkeit in irgendwelchen Aufenthaltsräumen seine Sachen zu trocknen, gibt es auf den meisten Campingplätzen inzwischen Waschmaschinen und Trockner. Trotzdem nimmt das Trocknen von Strümpfen, Hosen, T-shirts, Sweatshirts und Unterwäsche und teilweise auch des Zeltes einen Großteil der Ruhezeiten ein.
    Das Gefühl, dass ich möglicherweise die Tour nicht schaffe, körperlich nicht schaffe, hatte ich nur in den ersten Tagen in Norwegen. Man hat ja schließlich den ganzen Tag nichts anderes vor, außer an dem Ort anzukommen, den man sich vorgenommen hat. Und die Tage in Norwegen sind lang im Sommer und werden immer länger, je weiter man nach Norden kommt. Nördlich des Polarkreises enden sie dann über lange Zeit gar nicht mehr.

    Alleine fahren ist eine gute Sache. Ich achte auf mich, auf meine Umgebung und habe Zeit Menschen zu beobachten, die mir entgegenkommen oder die mir auf dem Campingplatz begegnen. Außerdem merke ich sehr schnell, dass es keinen Grund gibt mich wortreich über die Fahrt, das Wetter, den Berg, den Verkehr oder die Routenführung zu beklagen. Außer mir selber, hört keiner zu.
    Ich bin offen für neue Bekanntschaften und Gesprächen mit mir fremden Menschen. Manchmal bin ich aber auch sehr alleine.

    Da ist es doch toll, wenn ich mit ein oder zwei anderen zusammen fahre. Ich kann immer mit jemandem reden. Geteiltes Leid ist halbes Leid, kann ich mir einreden. Natürlich wird das eigene Leid keinen Deut weniger, aber ich kenne jedenfalls jemanden, der im gleichen Moment das gleiche erleidet. Ob er das ebenso empfindet wie ich kann ich herausfinden, indem wir uns gegenseitig unser Leid klagen. Es stellt sich die Frage, ob das Leid dadurch gefühlt besser wird oder erst ein richtiges wird, weil wir uns beide dasselbe klagen.

    Die Landschaft, das habe ich an den einzelnen Tagen schon fast zur Genüge geschrieben, ist beeindruckend, berauschend, überwältigend…. Und es mag sein, dass ich da besonders empfindlich bin, aber die Schönheit der Landschaft und der Gedanke daran, dass wir gerade alles dafür tun sie durch den von uns verursachten Klimawandel zu zerstören, treiben mir regelmäßig die Tränen in die Augen.

    Verblüffend, wie schnell ich Menschen, die ich treffe in Schubladen einordne. Verblüffend auch, dass, wenn ich sie näher kennenlerne, sie sich häufig als jemand ganz anderes herausstellen, der auf keinen Fall in der richtigen Schublade eingeordnet ist/war. Ich habe so manchen sehr interessanten Menschen kennengelernt. Menschen, mit denen ich niemals zusammengekommen wäre, wenn ich die Reise nicht gemacht hätte. Menschen, mit denen ich wahrscheinlich nie ein Wort gewechselt hätte, wenn uns nicht das gemeinsame Ziel, mit dem Fahrrad zum Nordkap schon vor dem ersten Wort zu Verbündeten gemacht hätte. Nicht jeden Verbündeten muss man lieb gewinnen, aber es ist eine gute Grundlage um Freundschaften aufzubauen. Und gemeinsame Erlebnisse schaffen gemeinsame Erinnerungen. Ein Fundament auf dem man ewig aufbauen kann.
    Am Ende muss ich sagen, dass es mir leicht fällt Kompromisse einzugehen, wenn ich im Gegenzug die Gesellschaft angenehmer Menschen dafür bekomme.

    Ich fahre mit dem Rad zum Nordkap. Eine Idee, die ich verbreitet habe und von der ich nicht ohne Gesichtsverlust wieder hätte zurücktreten können. Ich bin froh, dass ich die Reise gemacht habe. Es ist ein Erlebnis, von dem ich zehren kann. Eine Erfahrung, die nach mehr (Meer) ruft. Im nächsten Sommer will ich von Hamburg nach Brest, immer an der Nordsee entlang. Mal sehen, ob Ina mitfährt. Regelmäßig so lange Touren zu machen würde jedoch eine Änderung meiner Wohnverhältnisse und vor allem der Grundstücksgröße bedeuten. Ein oder zwei kleine Touren im Jahr tuen es aber auch.

    Ein Reisetagebuch zu führen hilft den Erinnerungen und hilft die Entwicklungen in sich selbst nachzuvollziehen. Ich sollte immer ein Tagebuch führen.

    Es fällt mir schwer mich für das „normale Leben“ wieder zu begeistern. Ich wusste nicht, dass ich gerne auch ein Reisender bin.

  • Tag 80, Honninsvåg, Sonntag, 2. August 2026

    Heute ist der Tag, an dem ich nach Plan das Nordkapp erreichen sollte. Weil der Regen das ein oder andere Wanderereignis verhindert hat, bin ich 2 Tage zu früh da gewesen. Es ist kein Trost, aber dennoch wunderbar, dass schon am dritten Tag in Folge die Sonne scheint. So eine Art Belohnung für die Quälerei im Regen. Ich habe mit Harmtine mehrere Stunden in einem kleinen Café in der Sonne gesessen. Wir sind auf den Hausberg geklettert (weil die Besucher immer mehr und immer älter werden, baut man Steintreppen) und sind abends mit Sebastian essen gegangen. Das kratzt an der Urlaubskasse. Wir waren aber alle der Meinung, es verdient zu haben. Eine Familie mit zwei Kindern muss da einen Kleinkredit aufnehmen für einmal essen gehen. Morgen um 6 geht es mit Sebastian auf die „Nordkapp“ und dann über Hammerfest nach Tromsø. Am Mittwoch dann mit dem Flieger über Oslo nach Düsseldorf…

  • Tag 79 vom Campingplatz ins Hotel nach Honingsvåg

    Das Wetter in Norwegen gibt heute noch einmal alles, was es zu bieten hat. In der Nacht Sturm mit 20 m/sec in Böen deutlich mehr. Und dazu wolkenbruchartiger Regen. Das ein oder andere Zelt hat es in der Nacht zerlegt, unter anderem das von Harmtine. Da der Wind kurz vorher von Nord Ost auf West gedreht hat, standen viele Zelte falsch herum zum Wind. Meins hat es zum Glück gut überstanden. Nur auf der Eingangsseite hat der Wind den Regen durch die Lüftungsöffnungen gedrückt und das Innenzelt naß gemacht. Es stand eben auch verkehrt herum. Die Öffnungen sind sonst auf der windabgewandten Seite.
    Ab 5 Uhr morgens haben spätestens alle in der Küche gesessen und auf das Ende des Sturmes gewartet. Um 8 hat der Regen aufgehört, um 9 war mein Zelt weitgehend trocken gepustet. Zeltabbau und Sachenpacken bei Sturm. Hatte ich glaube ich noch nicht. Bei Sturm aufbauen, ja, aber abbauen glaube ich nicht.
    Danach war aber an losfahren nicht zu denken. Der Sturm hätte mich samt Fahrrad von der Straße geweht.
    Ab 12 Uhr wurde es etwas besser und Harmtine, Sebastian (aus Hannover) und ich haben uns ein letztes mal auf den Weg zum Extra 1000 gemacht. Das ist so eine Art Aldi deluxe. Noch einmal Rosinenbrötchen mit Kardamomgeschmack, Vanillezucker aus der verschließbaren Plastiktüte, Naschmöhrchen,einen Klumpen geschmacklosen norwegischen Käse, salziges Knäckebrot (für den Geschmack) und Melkesjokolade med hele hasselnøtter. Anschließend einen kleinen Rundgang durch die Stadt. In 15 Minuten ist man durch. Dann in ein Kaffee mit selbsgemachten einfachen Teilchen. Espresso, Apfeltasche. Der Sturm hat sich gelegt, die Sonne kommt raus, der Himmel wird blau. Wir stehen so schnell nicht mehr auf. Cappuccino, Blätterteich mit Schokofüllung. Wie alle Norweger sitzen wir bei 17 Grad mit T-Shirt in der Sonne und genießen den Lørdag Nachmittag bei hellem Sonnenschein. Wer weiß, wann man hier wieder Gelegenheit dazu hat. Und dann liegt da noch unser Schiff (Sebastian uns ich fahren am Montag Boot dem gleichen Schiff nach Süden), die „Nordkapp“ im Hafen. Auf ihrem Weg nach Kirkenes an der russischen Grenze liegt sie hier so lange, bis die Busse mit den Nordkapbesuchern wieder zurückkommen:

    Abends, aus dem Hotelzimmerfenster sehe ich noch ein schwimmendes Hochhaus (Kreuzfahrtschiff) in den Hafen einlaufen. Diese andauernde Anwesenheit von Wasser, fließend, strömend, liegend süß und liegend salzig, aufgewühlt oder still und meistens verbunden mit Weite, werde ich sehr vermissen. Noch einen Tag in Honningsvåg (wir habe gefragt: das Cafe hat auch heute geöffnet), dann die Fahrt auf der „Nordkapp“ (auf ihrem Weg nach Süden) zurück nach Tromsø und am Mittwoch mit dem Flieger über Oslo nach Düsseldorf. Schon zu Ende das kleine Abenteuer. (Ich muss mir unbedingt ein paar Karten von Patagonien besorgen)

    Das Bild ist von Freitag. Ungefähr eine halbe Stunde nach dem Foto mit der Weltkugel…..

  • Tag 78 Zum Nordkapp und zurück zum Campingplatz

    Wen wundert es, dass es natürlich um 6:00 Uhr geregnet hat. Wir sind dann erst um 06:45 los. Es war trocken, niemand auf der Straße und die Landschaft eher außerirdisch. Natürlich baumlos, kahl, felsig, Rentier bestanden. Steigungen bis 9%, immer wieder, über 700 Höhenmeter. Das Kap ist kein Fähranleger, zu dem man am Ende bergab fährt. Es ist ein Kap. Und es geht bis zum Schluss bergauf. 9:00 Uhr da. Alles noch zu. An der Globuskugel außer uns vielleicht noch 5 Leute. Es ist einigermaßen klar. Die Sonne ist hinter den Wolken zu sehen. Wir machen unsere Fotos. Unterhalten uns mit anderen, rufen zuhause an, gelöste, abgespannte Stimmung. Wir drehen uns um: Alles im Nebel. Man kann kaum das Gebäude „Die Nordkapphalle“ sehen. Wir gehen endlich hinein. 336 NOK Eintritt. Das Cafe mach erst um 11 auf. Harmtine schafft es drei Kaffee zu organisieren. Wir sitzen und plaudern. 11 Uhr, alles macht auf. Postkarte kaufen und beschreiben. Noch einen Kaffee, Waffeln, draußen ist der Nebel weg und die ersten Busse mit Touristen sind da. Es gibt ein Kino mit Bildern und Musik und einen Klangraum im Keller, von dem keiner weiß, was er soll.
    Nach der Rückfahrt ist ein bisschen die Luft bei allen raus. Mal sehen, was man bis Montag Morgen 6:00 Uhr hier noch anstellen kann. Da geht mein Schiff nach Tromsø.


    4.500km und 38.000 Höhenmeter in 78 Tagen.

    Am Ende einer solchen Tour steht ja so etwas wie eine Zusammenfassung. Dafür brauche ich aber etwas Ruhe und Zeit. Mit den Danksagungen will ich aber nicht so lange warten.

    Als erstes muss ich meinem Hausarzt, Dr. Martin Borchers und seinem Praxisteam danken. Ohne sein Engagement auch gegen die Meinung des Kardiologen hätte ich heute keine drei Beipässe sondern vielleicht einen Holzdeckel auf der Nase. Jedenfalls wäre diese Tour nicht möglich gewesen. Danke, Danke, Danke!

    Ein ganz großes Dankeschön auch an mein liebe Frau Ina, die es erst ertragen hat, dass ich mich wochenlang auf die Tour vorbereitet habe und dann den ganzen Laden auch noch 12 Wochen alleine schmeißen musste.

    Danke auch an ver.di, die einen super Tarifvertrag in der Wasserwirtschaft NRW ausgehandelt hat, der solche Reisen durch Zeit ansparen erst ermöglicht.

    Danke an Eva, die mir dabei geholfen hat, mich aus meinem Tiefdruckgebiet bedingten Stimmungstief an den eigenen Haaren (und da sind nicht so viele) wieder herauszuziehen.

    Danke an Manuela und Jürgen, die durch ihre Hilfsbereitschaft ihre Freundlichkeit und ihre Großzügigkeit dazu beigetragen haben, die Fahrt zu einem echten Erlebnis zu machen.

    Danke an Nicole und Siggi, mit denen ich über drei Wochen durch jeden Regen gefahren bin, den es an der norwegischen Westküste gab, und das waren nicht wenige. Und hier vor allem an Nicole, die niemals die gute Laune verloren hat.


    Danke an Harmtine und Jean Marc, für die letzten Tage vor dem Nordkap mit viel Sonne und viel Regen und viel Freude. Und danke auch an Sebastian für die gemeinsamen Stunden.

    Danke an alle, die mich durch ihre Anteilnahme über WhatsApp oder Signal oder E-Mail oder Kommentare zu meinem Block aufgeheitert und ermuntert haben, nicht aufzugeben.

    Den Blog führe ich auf jeden Fall bis zum 80. Tag weiter……

  • Tag 77 Fahrradflicken in Honningsvåg, Donnerstag, 30.Juli 2026

    Ein wunderbarer Sonnentag mit einem richtigen Frühstück im Hotel, einer schnellen Fahrradreparatur im hiesigen Intersport und einer kleinen Tour zum Campingplatz. Morgens habe ich noch Eva zugewunken, die mit Hurtigruten eine Station rückwärts fährt, um dann über Olderfjord nach Finnland und Schweden weiter zu fahren.
    Wir (Harmtine, Sebastian und ich,) haben entschieden morgen ganz früh zum Kap zu fahren. Das Wetter soll zwar nicht mehr ganz so toll sein, aber ohne Regen.

  • Tag 76 Olderfjord nach Honningsvåg, Mittwoch 29 Juli 2026

    eigentlich sollte es heute nach Repvåg gehen, um die Entfernung zum gefürchteten, Nordkaptunnel zu verkürzen.Wir sind etwas später los, weil der Supermarkt heute erst um 9:00 Uhr aufgemacht hat. Aber wir waren zügig unterwegs im strömenden Regen 4 km Richtung Honningsvåg. Und dann eine Dehnungsfuge, die nicht verfüllt war ein Schlagloch, dass ich nicht gesehen habe, eine Speiche, die gebrochen ist. Ich habe versucht, sie zu ersetzen, so wie bei den letzten drei Speichen, aber sie saß so ungünstig, dass die Bremsscheibe einfach im Weg war. Die Bremsscheibe kann man nur mit einem Abzieher entfernen. Den habe ich natürlich nicht dabei. Also das Fahrrad schieben, zurück zum Ausgangspunkt. Denn hier ist gleichzeitig die Bushaltestelle, bei der man einsteigen kann, um nach Honninsvåg zu gelangen. In Honningsvåg ist der nächste Fahrradhändler. 100 km Bustour. Die muss ich jetzt leider von meinen Kilometern zum Nordkap abziehen. Harmtine ist die Tour trotzdem gefahren. Morgen wird sie auch Honningsvåg erreichen. Ich habe um 10:00 Uhr einen Termin im Fahrradgeschäft, um das Hinterrad zu reparieren. Ich hoffe es geht alles glatt. Danach werden wir uns auf einem nördlich gelegenen Campingplatz treffen, unsere Zelte aufstellen und am Freitag wahrscheinlich bei herrlichem Wetter zum Nordkap fahren und wieder zurück. Wird noch Eimal anstrengend, aber hoffentlich schön.

    Siggi, war schon am Nordkapp. Wir haben uns gestern auf dem Platz in Olderfjord wiedergesehen.

    links: Liegendtransport für mein „krankes“Fahrrad

  • Tag 75 See Nipivannet nach Olderfjord, Dienstag, 28. Juli 2026

    Was für ein Tag. Sonne, Sonne, Sonne und eine völlig ander Landschaft. Tundra, fast ohne Bäume. Samiland.
    Und dann auf dem Campingplatz Siggi wiedergetroffen, der gerade vom Nordkapp in einem durchgefahren ist.

  • Tag 74 Alta bis zum See Nipivannet, Montag, 27. Juli 2026

    Ein gemütlicher Tag und vor allem ein sonniger Tag. Radeln im T-Shirt. Es scheint, der norwegische Sommer will noch einmal etwas gut machen bei uns. Nach nur etwas mehr als 30 km und ein paar hundert Höhenmetern finden wir am See Nipivannet einen Platz zum übernachten (Fachjargon: Spot). Unser nächstes Zwischenziel Olderfjord wäre wieder über 100 km weit weg und hinter der Hochebene gewesen. Ich habe ohnehin zwei Tage mehr Zeit als gedacht. Also warum nicht mal an einem See campen. Das Wasser ist bräunlich, weil rundherum Moore sind. Aber es ist nicht zu kalt zum baden (aber nur kurz). Alta ist eine Stadt mit vielen Neubauten in der Innenstadt, einschließlich der Nordlichtkathedrale von 2013. Und Espresso gibt es auch…

  • Tag 73 Von Sekkemo nach Alta, Sonntag, 26.Juli 2026

    Eine echte Sonntagstour mit Gegenwind, guter Laune, weggebrochenen Straßen, einem leckeren Kaffee um 10:00 Uhr und einer Ankunft im RBnB um 19:30 Uhr in Alta nach knapp 120 km und 1400 Höhenmetern. Einige Duschen gab es zwischendurch auch, aber wärmer als sonst. Teilweise hatten wir tatsächlich 19° Celsius.
    Auf der Straße freilaufende Rentiere (mit Glocke am Hals) und eine Herde Alpakas. Morgen machen wir nur einen kurzen Tripp, nachdem wir uns in Alta ein bisschen umgesehen haben. Leider morgen ohne Campingplatz. Ich bin gespannt.

  • Tag 72 Von Arctik Camping nach Sekkemo, Samstag, 25.Juli 2026

    Fast ein Bilderbuchtag mit vielen unvergesslichen Eindrücken und mal wieder ein paar ordentlichen Steigungen. Ich fahre jetzt seit einigen Tagen mit Jean-Marc und Harmtine. Wir sind so eine Rentnergang. Keiner unter 60 aber auch keiner über 70. Wie man an dem letzten Bild sieht, geht es natürlich in Norwegen nicht ohne einmal richtig nass zu werden. Auf einer Anhöhe, von der man aus auf eien Gletscher sehen kann dann beinahe Horden von Radfahrern. Der Campingplatz ist schlicht, etwas in die Jahre gekommen aber sauber und toll gelegen.

  • Tag 71 von Tromsø nach ArcticCamping, Freitag, 24Juli 2026

    Natürlich hat es den ganzen Tag geregnet. Ich habe nette Leute kennen gelernt und bin mit zwei Fähren gefahren. Habe in einer Regenpause das Zelt aufgebaut und seit dem kann ich mich nicht satt sehen:

  • Tag 70, Unruhetag in Tromsø, Donnerstag, 23.Juli 2026

    Erst ein bisschen Stadt angesehen, dann Kaffee trinken und Kuchen schlabbern. Dann zu dem Hotel, in dem ich für meine Rückreise reserviert habe. Es gibt anscheinend Probleme mit dem Paket, in dem meine Taschen (Fahrrad und Rest) sind. Der Zoll will Geld. Das Hotel will das Paket nicht annehmen und auch keinen kleinen Beutel mit am Nordkapp nutzlosem Zeug für mich aufbewahren. Die Rezeptionisten war von der Sorte:“ geh mir nicht auf die Nerven, hier war es so schön ruhig, bevor Du gekommen bist, löse Deine Probleme selber.“
    Also kommt ihr nach Tromsø: geht nicht ins Moxy am Flughafen. Es gibt einen super Busshuttle aus der Innenstadt zum Flughafen.
    Ich habe mir irgend eine kleinen Virus eingefangen. Mein Körper kämpft mit Wärme dagegen an. Muß früh ins Bett.

    Über die Brücke muss ich morgen und dann komme ich auch an dieser Eismeerkathedrale vorbei.

    Ja, natürlich, das war schon das zweite Stück. Von unten Teig, dann Schokolade und dann so eine Sahnecreme. Vorher war es Nusskuchen.

    Morgen strampel ich die wieder weg.

  • Tag 69 Fjortbotn Camping nach Tromsø, Mittwoch, 22.07.2026

    Zelt fast trocken abgebaut. Trocken bis zur Fähre. 40 Min Fährfahrt. Danach Dauerregen für 70 km und 600 Höhenmeter. Einfach durchgefahren und schon um halb 2 in Tromsø. War dann noch einmal in einem Fahrradladen. Die hätten für ein gleichwertiges neues Hinterrad 560€ aufgerufen, mich damit zu einer anderen Werkstatt geschickt, die das Rad dann umgebaut (Bremsschebe, Zahnrad) und eingebaut hätten. Am Ende habe ich in dem Laden einen Kaffee getrunken und mich für Risiko entschieden. Heißt: Ich habe noch fünf Speichen im Gepäck. Ich hoffe, dass ich damit auskomme. Werde noch ein paar Dinge in Tromsø im Schließfach lassen (Gewicht einsparen) und auf Schlaglöcher besonders achten (bei Regen ohne Brille nicht immer einfach). Das Hotel „Smarthotel“ ist super. Einzelzimmer Minimalgröße zu einem super Preis. Und für 20 € Frühstücksbuffet vom feinsten: All you can eat! Und ich kann viel essen….

  • Tag 68 Von Andenes nach Fjordbotn Camping

    Na, gestern ist die Whalewatchingtour etwas aus den Fugen geraten. Wir sind mit 12 Passagieren und zwei Besatzungsmitgliedern 4 Stunden mit einem Schlauchboot mit Sitzen drauf über den Atlantik gedonnert und haben Wale gesucht. -Aber keine gefunden. Das ganze von 21:00 bis 01:00 Uhr. Keinen Wale, aber die Mitternachtssonne gesehen. Ist schon merkwürdig die Sonne im Norden zu sehen.
    Heute war ich entsprechend müde. Meine Füße sind die ganze Nacht nicht wieder warm geworden. Das Zelt konnte ich einigermaßen trocken einpacken. Mit der 8:45 Fähre dann rüber nach Senja. Super tolle, grüne felsige Insel. Leider habe ich nicht viel davon gesehen, da es die 70 km durchgeregnet hat.

    Im Moment ist Sturm und Regen waagerecht. Hütten gibt es nicht zu mieten, da muss man lange im Voraus buchen. Zelt steht. Aber Morgen geht es nach Tromsø (sprich: Trumßö), zwei Nächte Hotel.
    Seht ihr es auch? Zwei Trolle halten Mittagsschlaf….

  • Tag 67 von Ørntuven nach Andenes, Montag, 20.Juli 2026

    Geht doch! Das Wetter blieb den ganzen Tag so. Knapp 70 km bei gutem Wetter wie ein Sonntagsnachmittagausflug. Die Landschaft wunderbar: Felsen, Berge, grüne Wiesen, Sandstrände türkises und blaues Wasser. Wenig Verkehr. Campingplatz einfach aber sauber und gut organisiert. Whalewatching geht nicht, weil lange schlechtes Wetter war und jetzt alle nachgeholt werden müssen. Nix mehr frei, außer der Mitternachttour. Dann komme ich morgen früh nicht zur Fähre.

    Kleine Bergwertung…..

    Nicht ganz behindertengerecht…

    Aber dafür ´ne tolle Aussicht

    Und mal wieder eine Toilette. Siggi hat sich bestimmt gefreut.

    Und immer wieder Badegelegenheit:

    …wenn man es gerne kalt mag. Morgen auf die nächste Insel Senja. Soll toll sein. Aber erst wieder 08:45 Fähre fahren.
    So ganz nebenbei: die 4000 km habe ich überschritten und liege so bei 32.500 Höhenmetern. Und noch rund 800 km zum Nordkap…

  • Tag 66 von Børrøya nach Ørntuven, Sonntag, 19.Juli 2026

    Ein wirklich ereignisreicher Tag. Und damit meine ich nicht nur die Regenereignisse. Morgens ist es mir gelungen durch gutes Timing ein fast trockenes Zelt einzupacken, bevor es wieder angefangen hat zu regnen. Den Regen habe ich zur Kaffeepause genutzt. Dann bei herrlichem Wetter über die Insel Sortland. Etwas holprige Fahrradwege. Eine scharfe Kante im Weg habe ich zu spät gesehen und schon beim drüberfahren habe ich gedacht, das war nicht gut. 100 Meter später gab das bekannte Geräusch einer gebrochenen Speiche. Zum Glück kam 200 m später eine Tankstelle, unter deren Dach ich das Hinterrad demontiert und dann eine Speiche neu eingezogen habe. Eine habe ich dabei kaputt gemacht und auch die, die jetzt drin ist, ist nicht ganz unbeschadet reingegangen. Egal, die Speichen sitzen ja auf Zug und werden beim Festziehen wieder einigermaßen geradegebogen. Das Dach war gut, denn es hat natürlich angefangen zu regnen. Den Regen habe ich dann bei Kaffee, Würstchen und Süßem in der Tanke ausgesessen.
    Mir sind heute mindestens 15 Radwanderer entgegengekommen und 4 habe ich in meine Richtung getroffen. 2, David und Judith(?) kannten mich schon aus Erzählungen, denn sie sind ein paar Tage mit Eva (Borre Strand bis Bergen mit mir) gefahren. So klein ist das Radfahrnorwegen. Eva müsste morgen in Tromsø sein. Ich habe die beiden in einer Bushaltestelle getroffen, als sie den Regen abgewartet haben. Ich bin dann weiter und der Regen hat mich noch einmal erwischt. Ich war so durch, dass ich mir die Hütte mit eigenem Bad, Bettzeug, Handtüchern und Heizung zu einem unverschämten Preis gegönnt habe. Und dann habe ich auch noch so eine Art Eintopf aus getrocknetem Heilbutt, Kartoffeln, Tomaten, Chilli, Zwiebeln etc. gegessen. Lecker, aber mit 37 € hart an der Grenze. Dafür hätte ich drei 0,33 l Bier trinken können. Ich habe es bei einem belassen. Ich bin froh, dass ich die Hütte habe und dem Regen draußen zusehen kann. Temperaturen sind heute weitgehend unter 10° geblieben. Wenn die Sonne rauskommt, ist es ganz angenehm. Aber vor Alta ziehe ich die lange Hose nicht an!

    Screenshot

  • Tag 65 Hammerstad nach Børrøya, Samstag, 18.Juli 2026

    Mein Handy begrüßt mich mit „Guten Morgen Engelbert, die Außentemperatur beträgt 7 °. Ich drehe mich noch einmal in meinem Schlafsack um, weil es außerdem gerade regnet. Um 8:15 Uhr fahre ich los. Sonne, kalt. Endlich lassen sich die Lofoten auch mal sehen. Ich komme schlecht vorwärts, weil ich so oft stehen bleiben muss, um Bilder zu machen. Auf der Nebenstraße, eben nicht der E10, kann man super fahren. Bilder, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde und die man in dem Foto kaum festhalten kann. Irgendwann verdunkelt sich der Himmel. Er wird nicht dunkel. Er wird einfach pechschwarz, die Berge verschwinden wieder in den Wolken, und die Wolken lassen alles raus, was sie können. Ich bin klatschnass, als ich an der Fähre nach Melbu ankomme. Es ist kalt, ich bin nass und der Aufenthaltsraum wird gerade geputzt. Trotzdem unterhalte ich mich mit einem Schweizer, sehr angeregt über das Fahrradfahren natürlich. Endlich die Fähre kommt. Auf der Fähre ist es wohlig warm. Leider fährt sie nur 25 Minuten. Sie fährt über das offene Meer. Ich verlasse die Lofoten. Jetzt sind die Vesteralen angesagt. An Bord ein wenig Seegang. Die ersten Leute fragen nach Tüten. Ich finde es eigentlich angenehm. Es ist wie Karussell fahren nur umsonst. Der Himmel klart auf, die Regenwolken sind weg und ich fahre bei herrlichem Sonnenschein weiter und mache wieder Fotos. In Storkmarknes, nur eine Brücke von meinem Campingplatz entfernt das Hurtigrutenmuseum. Und wie bestellt läuft nach der Anmeldung ein Hurtigrutenschiff ein. Kaum zu überhören, denn sie lassen jedesmal bei der Hafeneinfahrt drei Mal ihr Nebelhorn hören.
    Die Lofoten hinterließ gibt es schlagartig nur noch norwegische Wohnmobile auf dem Campingplatz, der wie vor den Lofoten sauber und bestens organisiert ist. Nur ein Aufenthaltsraum fehlt. Aber der überdachte Außenbereich in der Abendsonne ist auch ok. In der Sonne sind es bestimmt 15°.

    ‘

    Die Vesteralen, wunderschön, nur nicht mehr ganz so „ungeschliffen“ wie die Lofoten.

  • Tag 64 von Skårungen nach Hammerstad, Freitag, 17.Juli 2026

    ich musste zwar heute Morgen mein Zelt naß einpacken, aber sonst war es eigentlich ein super schöner trockener Vormittag. Ich war in Svolvær und habe mir die Stadt angesehen. In der Mittagssonne oder kurz vor Mittag einen Kaffee getrunken, draußen, eine Postkarte geschrieben, eine Redbox (Briefkasten) gesucht und bin dann ganz gemütlich weitergefahren nach Hammerstadt. Hier bin ich jetzt. Der Campingplatz hat seine guten Zeiten längst hinter sich. Er ist klein, sehr schön gelegen leider mit der E10 direkt nebenan. Es ist etwas laut. Die WC Anlagen sind eher dürftig, aber es ist hinnehmbar. Dafür liege ich direkt am Meer. Das Internet ist wie immer eine Katastrophe. Ich glaube, dass die 5G ,die auch sonst alle haben hier auf den Campingplätzen genutzt und dann auf alle Camper verteilt werden. Deswegen ist das WLAN Netz unendlich langsam. Die Synchronisierung von Bildern dauert Ewigkeiten. Es könnte sein, dass ich die Bilder später nachführe muss.
    Insgesamt war es endlich mal ein Tag mit Sonne. Ab 15:00 Uhr hat es dann natürlich wieder geregnet. Im Moment regnet es nicht und ich habe gute Hoffnung, dass morgen früh mein Zelt vielleicht nicht ganz so platter nass ist wie heute.

    Man achte auf den Knubbel in Svolvær…

    Hafen von Svolvær

  • Tag 63 Von Vestvagøyen nach Skårungen kurz vor Svolvær, Donnerstag, 16.Juni

    Screenshot

    Ob auf den Bergen wirklich Schnee liegt, kann ich nicht sagen. Denn ich habe die Enden der Berge, die Gipfel, nicht gesehen. Es sah eher so aus:

    Es war trotzdem ein toller Tag.
    Und wenn die Sonne mal rauskommt, ahnt man, dass die Berge nich grau und schwarz sonder eher etwas kitschig grün sind:

    Der Wind kam mit rund 75 km/h mal von hinten, mal von der Seite und mal von vorne. Am unangenehmsten ist er von der Seite. Man liegt dann etwas in der Kurve, muss aber geradeaus. Wenn der Wind böig ist, ist es saugefährlich, weil Autofahrer sich nicht vorstellen können, was der Wind mit einem Fahrradfahrer so alles anstellen kann. Gegenwind ist da viel entspannter. Man kann sich richtig auspowern. Da es nicht so viel geregnet sondern nur genieselt hat, konnte man die Regenklamotten auf Durchzug stellen und war dann von innen nicht ganz so nass. Wenn ich gegen den Wind fahre habe ich immer die Zeilen: „Komm wir brechen Morgen aus und dann stellen wir uns gegen den Wind“ im Kopf. Die kann man auch dem Wind gut entgegenbrüllen. Die sind aus „Genug ist nich genug“ von Constantin Wecker
    {Komm, wir brechen morgen aus – Und dann stellen wir uns gegen den Wind – Nur die Götter geh′n zugrunde – Wenn wir endlich gottlos sind – Auf den ersten Rängen preist man – Dienstbeflissen und wie immer die Moral – Doch mein Ego ist mir heilig – Und ihr Wohlergehen ist mir sehr egal – -Genug ist nicht genug – Ich lass mich nicht belügen – Schon schweigen ist Betrug – Genug kann nie genügen}

    Das Lied passt natürlich inhaltlich nicht. Man kann es trotzdem grölen und da Konstantin ja immer ein bisschen Sprechgesang hat, kostet es auch nicht zu viel Luft. So nach 10 km gegen den Wind ist man dermaßen entspannt, dass einen auch die Anhängergespanne, die risikoreich überholen, nicht mehr aufregen.
    Ich habe super gefrühstückt, weil ich um 10 Uhr schon 48 von knapp 80 km hinter mir hatte. Der Ort war etwas skurril und ich wäre fast noch schwimmen gegangen:

    Man hätte auch Sauniern können mit dem Atlantik als Eisbecken. Aber 12° Außentemperatur, gefühlt 9° muss ich mich nicht unbedingt entkleiden.
    Übrigens das schöne am Golfstrom in Kombination mit den Polartagen ist nicht nur, dass die Sonne nicht unter geht. Es wird auch nachts nicht wesentlich kälter. Ich möchte gerne mal so einen 20° Polartag erleben.
    Ich musste 2 große Brücken überqueren. Wegen des irren Seitenwindes habe ich geschoben.

    Die im Nebel war fand ich grenzwertig. Mir sind dann auch noch Fahrradfahrer schiebend entgegengekommen. Einen Fußweg gab es nur auf einer Seite- spannend.
    Ich war früh am Campingplatz, dessen Gemeinschaftsanlagen ihre beste Zeit hinter sich haben. Aber ich würde gerne mal die Umgebungskulisse ohne Nebel und Wolken sehen.
    Es soll bis morgen Abend nicht regnen. Mal sehen…

  • Tag 62 Trockenpause in Vestvågøy, Mittwoch, 15.Juli 2026

    In der letzten Nacht habe ich einen kleinen Wassereinbruch in mein Zelt gehabt. Entweder ist wirklich Wasser eingedrungen oder es hat sich soviel Kondenswasser gebildet, dass es auf das Innenzelt getropft ist. Jedenfalls gab es zwei Stellen am Innenzelt, die wirklich nass waren.(Nachtrag:Es hat sich später herausgestellt, dass immer dann das Innenzelt naß wird, wenn der Wind von der verkehrten Seite weht.) So wollte ich auf keinen Fall weiterfahren. Es wird in den nächsten Tagen eher kälter und der Regen wird auch nicht aufhören. Ich habe alle Extraschlenker aus meiner Tour herausgenommen und noch mal einen Tag gewonnen, sodass ich heute und an noch einem Tag der nächsten 19 Tage irgendwo ausharren kann. Ich habe die kleinste Hütte bekommen, die der Campingplatz hatte und habe Innen- und Außenzelt trocken. Morgen geht es weiter Richtung Svolvær. Siggi, mit dem ich jetzt seit 3 Wochen zusammen gefahren bin, ist heute alleine weiter. Unsere Wege hätten sich sonst in Alta erst getrennt. Aber er möchte über Hammerfest und Hurtigruten nach Honningsvåg und zum Nordkapp und anschließend noch über Finnland und Schweden wieder Richtung Heimat. Er hat erst im September wieder Termine zuhause. Es könnte gut sein, dass Nicole und ihre Freundin Julia heute Abend hier auftauchen. Die haben dann aber keine Hütte mehr.
    Zum Glück ist der Campingplatz so gut mit Gemeinschaftsräumen ausgestattet, dass man auch ohne Unternehmungen einen ganzen Tag gut aushalten kann. Schließlich ist man ja auch mit dem Drehen und Wenden der Trocknungsdinge und den Umplanungen der Reise beschäftigt.
    Es ist ungewohnt, wieder alleine zu reisen und ich bin ähnlich aufgeregt, wie zu Beginn. Aber das wird sich legen.
    Bei der Durchsicht der geplanten Touren fällt dann auch auf, dass die Häufigkeit der Lebensmittelläden deutlich abnimmt. Also immer etwas Vorrat mitnehmen…
    Selbst die Norweger sagen, dass es der schlechteste Sommer seit Jahren ist. Hütten sind auf den Lofoten praktisch nicht mehr zu haben.
    Da, wo ich bereits im Regen war, scheint jetzt übrigens die Sonne und das schlechte Wetter zieht mit mir nach Norden weiter… Ich fahre trotzdem weiter, freue mich aber innerlich auch schon auf das Ende. Wahrscheinlich regnet es dann ab 5. August in Castrop-Rauxel ohne Unterlass. Und morgen mache ich auch wieder Fotos, mit oder ohne Bergspitzen.

    Erinnerung an drei Wochen „Die drei von der Tankstelle“, denn wir haben keine ausgelassen um Kaffee zu trinken und die Toiletten aufzusuchen. Von rechts: Siggi, Nicole und ich.

  • Tag 61 Moskenes nach Vestvågøy (Storfjord)

    Es gibt tolle Bilder von den Lofoten. Alle bei hellem Sonnenschein aufgenommen. Im Nebel, bei Regen, kann man nicht nur keine tollen Bilder machen, man sieht auch die tollen Lofoten nicht. Oder zumindest sieht man nur das untere Drittel. Die Regenwolken wandern mit mir mit nach Norden. Im Süden an der Küste, die ich auch nur im Regen kenne, scheint jetzt die Sonne. Auf den Campingplätzen sind alle Hütten ausgebucht. Ich glaube Siggi macht auch Fotos. Ich würde nur welche machen, die ich zuhause wieder löschen muss.

    Drei Tagestouren in Planung mit der Komootkarte im Hintergrund
    Die heutige our mit einer norwegischen Geländekarte im Hintergrund
  • Tag 60 Fähre nach Moskenes (Lofoten) und Besichtigung des Ortes Å, Montag, 13.Juli 2026

    Das Wetter auf den Lofoten ist nicht anders als das auf dem Festland. Es hat heute fast nicht geregnet, nur ein leichter Nieselregen hat uns begleitet. Die Überfahrt dauert dreieinhalb Stunden. Es gab, völlig ungewöhnlich für Norwegen eine Verspätung von 30 Minuten. In Deutschland hätte es geheißen.: Grund dafür ist die verspätete Bereitstellung des Fahrzeugs. Hier gab’s gar keine Begründung. Wir sind direkt auf den Campingplatz. Von hier aus haben wir einen Ausflug zum Ort Å gemacht. Was auffällt : Es sind hier Massen unterwegs. Der Campingplatz ist nicht nur voll von Wohnmobile, sondern auch voller Zelte. Völlig ungewöhnlich. Die Zelte werden nach Größe bezahlt. Nicht nach Personen, die darin schlafen.. Die Waschräume sind zwar neu, man sieht jedoch das nicht mehr jeder darauf achtet die Waschräume auch so zu hinterlassen, dass die nächsten noch Freude daran haben. Toilettenpapier liegt auf dem Boden und insgesamt hat man einen schmuddeligen Eindruck. Die Küche ist funktional, aber es fehlen Kleinigkeiten wie Töpfe, ein Wasserkocher etc.

    Morgen soll es angeblich den ganzen Tag nicht regnen, wenn die Wolken einen Blick auf die Berge ermöglichen.-Gigantisch-

    Ein Teil von Å

    Alle wollen alles sehen….
  • Tag 59 Pause in Bodø, Sonntag, 12.Juli 2026

    Die Norweger haben das Spiel verloren. Ich habe es verschlafen.
    Bodø ist heute sehr spät aufgewacht. Wenn wir morgen früh mit der 07:30 Uhr Fähre nach Moskenes (Lofoten) übersetzen, habe ich noch 21 Tage bis zum Nordkap. Das bedeutet, dass ich noch einen Tag auf den Lofoten verbummeln muss/kann/darf. Das ist der ausgefallene Wandertag auf die sieben Schwestern.
    Heute nur ein kleiner Spaziergang durch die Stadt. Postkarten geschrieben. Porto übrigens 3,32 €. Geschlafen, Film gesehen Reiseführer Lofoten geblättert. Die Lofoten werden fahrtechnisch nicht anspruchsvoll. Zu fürchten sind nur die hunderte Wohnmobilfahrer. Wir werden sehen.

  • Tag 58 Saltstraumen nach Bodø Samstag, 11 Juli 2026

    Der Malstrom mit den größten Fließgeschwindigkeiten der Welt sieht von oben enttäuschend unspektakulär aus. Wahrscheinlich waren wir zu spät, sodass die Ebbe schon zu weit fortgeschritten war. Aber nach 5m/sec sah das nicht aus. Man täuscht sich natürlich auf die Entfernung. Immerhin wäre der Strom dann mindestens 5 mal schneller als die Niers in weiten Teilen. Und das nur über Energiegefälle.
    Der weitere Tag war locker, sonnig und entspannt. Genügend Steigungen um nicht zu frieren. Die Sonne peitschte die Temperaturen auf zeitweise 14° in die Höhe und in Bodø (die Betonung liegt übrigens auf dem hinteren ø (sprich: ö) haben wir im Café draußen Kaffee getrunken. Die Norweger in kurzer Hose und T-Shirt. Wir hatten den Langarmpulli noch an. Aber es wird mit unserem Wärmeempfinden….
    Der Fähranleger zu den Lofoten ist fünf Fahrradminuten vom Motel entfernt und gleichzeitig am Bahnhof. Die Züge haben hier verstellbare Schneepflüge montiert. Ich hoffe, ich bin hier weg, bevor die zum Einsatz kommen.
    Bodø ist das Tor zu den Lofoten. Ohne Lofoten kein Tor. So dreht sich fast alles in Bodø um die Fähren und die Fahrgäse der Fähren zu den Lofoten. Die Stadt ist voller Koffer, Rucksäcke und Reisetaschen.
    Heute Abend kommen alle zusammen um Norwegen gegen England zu sehen. Ich glaube nicht, dass ich 23 Uhr schaffe.

  • Tag 57 von Reipå nach Saltstraumen, Freitag, 10.Juli 2026

    Ein paar Touren liegen noch vor mir..

    Wir hatten heute nur ungefähr eine Stunde lang die Regenklamotten an. Aber wirklich geregnet hat es nicht. Bis jetzt (18:10 Uhr).
    Weil der Campingplatz, den wir eigentlich aufsuchen wollten, wohl in den letzten Tagen zu gemacht hat, war es statt einer gemütlichen 50 km Tour eine mit 80 km und 1100 Höhenmetern. Gestern war schon anstrengend und heute viel es mir echt schwer Steigungen zwischen 7% und 9% hochzuradeln. Die Staße war auch eine Katastrophe, weil es unendlich viel Verkehr gab. -Ein Vorgeschmack auf die Lofoten-. Die Straßen sind kurvig und bergig. Es ist also schwierig, drei langsam den Berg hoch kriechende Radfahrer zu überholen. In den z.T über drei Kilometer langen Tunneln hatten wir Glück. Da war gerade kein bzw. wenig Verkehr. Fotos schießen macht aber nicht so viel Spaß. Ich glaube, Siggi und Nicole kriechen heute auch früh in ihr Zelte. Morgen können wir es langsam angehen lassen. Bis Bodø sind es nur noch 30 Kilometer. Da haben wir einen kleinen Schlafsaal gebucht. Also kein Zelt aufbauen und Montag direkt mit der ersten Fähre rüber nach Monskenes (Lofoten).

    Rastplatz mal anders. Das geschwungene Gebäude ist die Toilettenanlage. Die Milchglasfenster sind Blickdicht.

    Dass wir nördlich des Polarkreises sind, merken wir nicht nur daran, dass die Sonne im Moment nicht mehr untergeht. Auf den Bergkuppen liegt Schnee, auch wenn sie nicht einmal ganz 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegen.
    Die Brücke über den Saltstraumen haben wir schon gesehen. Wir sind aber links auf den Campingplatz abgebogen. Morgen, auf dem Weg nach Bodø werden wir ohnehin über die Brücke fahren. Der Mahlstrom (Gezeitenstrom) ist der stärkste der Welt und lässt das Wasser mit bis zu 10 Knoten (18,65 km/Std) unter der Brücke her rauschen. Da die meisten Fische dem nichts entgegenzusetzen haben, fangen hier auch Neulinge die dicksten Fische. Im Supermarkt nebenan kann man neben vielfältigem Angelequipment auch dicke Schnüre mit einfach einem groben Haken daran kaufen.
    Man kann den Mond zwar nicht so oft sehen, ich glaube aber , dass wir fast Neumond haben. Das heißt, es ist Springzeit, also ein besonders starker Gezeitenstrom. Ich bin gespannt…

  • Tag 56 Haugland nach Reipå, Donnerstag, 9.Juli 2026

    Heute sind wir mit der Fähre über den Polarkreis gefahren. Am Ufer steht da diese Skulptur und alle Passagiere laufen auf die rechte Bootsseite (Steuerbord) um zu fotografieren. Zum Glück waren wir früh dran und es waren nur wenige. Wir sind nicht gekentert.

    Es war kalt, der nördlichen Breite entsprechend. Es hat bis 19:00 Uhr nicht geregnet. Es gab Sonne. Wir haben viele andere Radfahrer gesehen nach Norden und nach Süden fahrend. Alle die uns überholt haben, fanden wir an der letzten Fähre wieder. Die fährt nur alle paar Stunden.

    Die Stecke war steigungsreich.

    und voller grandioser Bilder

    Ohne Fähren waren es rund 80 km und über 1000 Höhenmeter. Kein Regen während der Fahrt- ein wunderbarer Tag. Und am Montag auf die Lofoten.

  • Tag 55 von Nesna nach Haugland Mittwoch, 8.Juli 2026

    Wie seit Tagen starten wir bei Regen. Aber nicht ganz so heftig. Nach 12 km eine kleine Steigung von etwa 500 Höhenmetern. Irgendwie war ich heute fit. Die kurzen Regentouren der letzten Tage und den anschließende Müßiggang hat mein Körper anscheinend zum Erholen genutzt. Deshalb konnte ich dokumentieren, wie Nicole und Siggi sich quälen:

    Fast oben angekommen gab es einen neu angelegten Aussichtspunkt mit Behindertentoilette. Und tatsächlich riss der Nebel auf. Ein norwegisches Pärchen, dass offensichtlich dort oben übernachtet hatte, stürmte aus seinem Camper: Darauf haben wir seit gestern Abend gewartet.

    Und ja, tatsächlich,man konnte die andere Seite vom Fjord sehen.
    Anschließend noch den Resthügel erklommen und in wilder Fahrt den Berg hinab bis ins Tal, wo wie immer mitten im Niergendwo an der Straßenkreuzung ein „Joker“ auf uns wartete. Den haben wir erst besucht und anschließend tatsächlich in gedämpftem Sonnenschein draußen eine etwas vorgezogene Mittagspause gemacht um eine Großteil der Einkäufe direkt wieder zu verzehren.
    Erstaunlich, wie schnell drei Tage Dauerregen, verpasste Wandergelegenheiten und lange Trockenaktionen vergessen sind, wenn in dieser Landschaft die Sonne am Himmel erscheint.

    Die Fahrt geht plötzlich wie von selbst, obwohl der Wind von vorne bläst. Das Grau der Wolken und Felsen wird von allen Schattierungen von Grün bis Nachtblau durchzogen. Der Wind spielt mit den Wolken, treibt sie vor sich her und läßt das Licht der Sonne wild auf den Bergen tanzen. Und während man noch dem Windspiel zuschaut peitscht er einem den nächsten Regenschauer ins Gesicht und trotzdem verläßt einen dieses Glücksgefühl etwas einmaliges gesehen zu haben nicht.
    Mein linker Schuh hat heute morgen schon dem Regen nachgegeben. Das Wasser ist kalt. Mein Fuß fühlt sich an wie ein Eisklumpen, obwohl ich sonst am ganzen Körper schwitze. Irgendwann ist es dann auch mal gut mit dem Glücksgefühl und ein einziger Gedanke beherrscht mich und meinen Körper: Wann kommt endlich dieser sch… Campingplatz, damit ich unter der heißen Dusche den Schweiß abwaschen und meinen linken Fuß auftauen kann?
    Nach der Dusche war es ein wunderbarer Tag. Morgen um kurz vor sieben los. Hoffentlich ohne Regen. Wir müssen die Fähre bekommen, die uns über den Polarkreis (66°33´55´´Nord) bringt. Noch drei Tage bis Bodø und dann auf die Lofoten. (Oslo soll am WE über 30 ° bekommen. Vielleicht schwappt ja etwas von der Wärme hier hoch. Heute 12° Celsius, immerhin Plus, im Schatten in der Mittagshitze).

  • Tag 54 von Sandnessjøen nach Nesna, Dienstag, 7.Juli 2026

    Regen, die Sieben Schwestern von gestern total im Nebel, unsichtbar. Keine Wanderung. Direkt nach Nesna, kurze, nicht anstrengende Fahrt aber volle Bewässerung. Zum Schluss noch eine kleine Fährfahrt und wieder ab in eine Hütte, den Regen aussitzen und den Nebel wegliegen. Ab morgen soll es langsam besser werden…

    Wir sind mitten im schönen Helgeland, dass sich etwa von Trondheim bis nach Bodø erstreckt. Die Brücke oben ist dann auch die Hegelandbrücke. Oben auf der Brücke hat es natürlich wieder angefangen zu regnen…

  • Tag 53 von Skogmo nach Sandnessjøen, Montag, 6.Juni 2026

    Ein gruseliger Tag voller Regen. Wir haben früh morgens das Schnellboot von Brønnøysund nach Sandnesssjøen genommen. Sind dann noch ein paar Kilometer im Nieselregen zum Campingplatz am Flughafen geradelt und haben einen faulen Nach Mittag dort verbracht. Immerhin ist es gelungen in einer Regen und Nebelpause ein paar Bilder von den Sieben Schwestern zu machen. Ohne Sonne, ohne Füße.

    Die siebte, falls jemand nachzählt, versteckt sich immer hinter der der dritten von rechts.

    Vielleicht mal, weil gerade Zeit ist, ein Blick in die Botanik. Hier gibt es frische Hangwiesen in denen auf ein oder zwei ha (ihr wisst schon, das sind etwas mehr als 2 Fußballfelder) weiß blühend Mädesüß (Filipendula ulmaria) steht dazwischen in Violett Waldstorchschnabel (Geranium sylvaticum) und in ähnlicher Farbe, aber etwas blauer eine Glockenblume, vermutlich Campanula barbata, die angeblich nur in Südnorwegen vorkommt. Dem würde entsprechen, dass sie in den letzten Tagen nicht mehr zu sehen war. Statt dessen taucht in Blassrosa (ich habe es erst für Wasserdost (Eupatorium canabinum) gehalten, der echte Baldrian (Valeriana officinalis) in den Wiesen auf. Sollte einmal die Sonne scheinen und ich bis dahin noch in der Gegend sein, schiebe ich ein buntes Foto einer Wiese nach.

    Mädesüß, Baldrian, Vogel-Wicke (Vicia cracca) und Hahnenfuß (Butteblume)

  • Tag 52 von Holm nach Skogmo (bei Brønnøysund)

    Das kleine Filmchen zeigt den Regen kurz vor unserer Abfahrt in Holm. Während der anschließenden kurzen Fährfahrt hat es nicht geregnet und wir haben gehofft, den Regen in Holm gelassen zu haben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ungefähr 40 km weiter war zuletzt. Wir haben den nächsten Zeltplatz angesteuert, um eine kleine Hütte (Kabine) zu mietet und uns in den Aufenthaltsraum gesetzt um auf den Rezeptionisten zu warten. Hier gibt es eine Heizung. Wir können unsere Wäsche waschen und trocknen und uns auf Plakaten ansehen, was wir uns eigentlich ansehen wollten. Zum Beispiel den Torghatten.

    Am Fuß des Torghatten gibt es eine Campingplatz von dem ich heute Nachmittag in das Loch im Fels klettern wollte. -Fällt aus wegen Dauerregen. Voraussichtlich auch ausfallen wird meine Wanderung zu und auf die sieben Schwestern:

    Aus Wikipedia: „Um das Loch in dem Berg rankt sich eine Sage: Hestmannen, der ungehorsame Sohn des Trollkönigs Vågekallen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige Trollkönig Sulitjelmakongen, der sieben Töchter hatte, von denen eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Sulitjelmakongen seine Töchter zur ehrbaren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht. Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, Hestmannen zum Gatten zu nehmen, und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in die Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen. Über die wilde Jagd vergaßen alle, wie kurz die Sommernächte im Norden sind, und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen: der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hatte.“
    Soll ja öfter vorkommen, dass Männer das, was sie nicht bekommen können zu zerstören versuchen.

    Wem die Füße auf dem Bild gehören, weiß ich nicht. Er hatte jedenfalls mehr Glück mit dem Wetter. Bei Dauerregen lohnt sich die Wanderung wohl kaum. Das würde dann bedeuten weiterfahren. Ein Tag gewonnen. Vielleicht kann ich dann auf den Lofoten mal einen Badetag einschieben…

  • Tag 51 von Hofles nach Holm, Samstag,4.Juli 2026

    Es ist etwas dran, nördlich von Namsos hört die Zivilisation auf. Die Dichte der Supermärkte nimmt merklich ab. Die Menge der Wohnmobile insgesamt und die der Deutschen Wohnmobile insbesondere nimmt merklich zu. Das liegt zum einen daran, dass wir gestern ein ganzes Stück auf der offiziellen Norwegischen Touristenroute gefahren sind, zum anderen daran, dass hier in der zivilisationslosen Gegend die Fahrzeuge mit Wohnzimmer, Dusche, Toilette und Satelitenfernsehantenne, am besten geländegängig, so richtig Sinn machen. Man bringt seine eigene Zivilisation (so man eine hat) mit in die Wildnis. Eingeborene sieht man eher selten. Die Deutschen Wohnmobile erkennt man, außer an den Nummerschildern auch daran, dass sie keine Zeit verschwenden wollen, bei der Durchdringung der zivilisationslosen Wildnis. Schließlich sind sie anscheinend nicht im Urlaub hier. Da wird noch eben halsbrecherisch überholt und gedrängelt. Leider sind die Straßen hier manchmal so eng, dass Fahrräder nur überholt werden können, wenn aus der Gegenrichtung kein Fahrzeug kommt. Schwierig für viele, dann den rechten Fuß ein oder zwei Minuten ruhig zu halten.
    Das Wetter war bescheiden. Aber kein Dauerregen. Und mit 15° Mittags konnte man bergauf schon mal ins Schwitzen kommen. Abends konnten wir die Zelte im Trockenen aufbauen. Die Nacht war aber nicht so trocken. In der Küche saß beim Abendessen ein großzügiger Wiener, der Bier spendiert hat und genug Geld hat, dass er nicht mehr arbeiten muss. Er geht Kitesufen, Mountainbiken, Berg- und Skiwandern, besucht Konzerte und Festivals. Er ist auf dem Weg zum Trænafestival. Træna, eine kleine norwegische Insel kurz unterhalb des Polarkreises. Der Küstenradweg verläuft deutlich weiter östlich. Man könnte eine Fähre nehmen…

  • Tag 50 von Sjøådalen nach Hofles, Freitag, 3.Juli 2026

    Eine Art kleiner Ausflug im Vergleich zu gestern. Die Platzwartin, darüber hatte ich noch nicht berichtet, war ein echter Scherzbold. Ihr, uns zunächst angebotenes, Passwort für das Internet hatte Symbole, die man auf keiner Tastatur findet. „Nur ein Scherz“ als wir fragende Gesichter machten. „Das Netz ist frei.“ Außerdem gab es noch einen Kaffee auf´s Haus und die Aussage, dass nördlich von Namsos in Norwegen die Zivilisation aufhöre.
    Namsos durchquerten wir nach 27 km. Natürlich haben wir uns noch einmal mit Vorräten eingedeckt, einen Kaffee getrunken und ein WC aufgesucht. In Hofles angekommen waren wir dann überrascht, dass es auch hier WCs auf dem Campingplatz gibt. Wir warten mit Spannung auf unseren ersten Einkauf im nächsten Supermarkt(?). Die Fahrt war nicht anstrengend. Es hat wieder angefangen zu regnen und es ist wieder deutlich kälter mit einem frischen kühlen Wind. Die nächsten 2 Tage soll es wieder richtig regnen.

    Der stand heute auf der Wiese neben der Straße…

  • Tag 49 von Åfjord nach Søåden, Donnerstag, 2.Juli 2026

    Wir sind stolz auf uns: 108 km und 1500 Höhenmeter bei vollem Gepäck und über 20 Grad. 11 Stunden unterwegs und davon 8 Stunden im Sattel. Länger sitzt man nur im Büro…
    Mir fällt auf, dass es so etwas wie eine Inflation der Landschaftsbilder gibt. Scenen, für die ich zu Beginn der Norwegentour auch bei Regen aus dem Sattel gesprungen bin, um Bilder zu machen, nehme ich zwar immer noch war, sie veranlassen mich aber nicht mehr stehen zu bleiben. Es tritt, obwohl man es anfangs nicht glaubt, ein gewisser Sättigungseffekt ein. Es muss schon spektakulär sein, um fotografiert zu werden. Der Holmset Campingplatz ist ausnehmend gut gepflegt mit wirklich allem, was das Camperherz begehrt, ausgestattet. Leider bleiben wir nur eine Nacht.

  • Tag 48 von Trondheim nach Afjord, Mittwoch, 1.Juli 2026

    Treffen sich morgens um 8 drei Radwanderer, um auf keinen Fall die Fähre um 8:20 Uhr zu verpassen. Steigen in das Boot. Stellen nach Ablegen fest, dass das Boot früher losfährt. Es ist die falsche Fähre. Wir schippern eine Stunde durch die Fjorde und landen in Brekstad statt in Vanvikan. Neue Route neuer Weg. Wir fahren nach Åfjord. Aber es regnet nicht. Der Platz ist im Aufbau. Die Platzwartin fährt aber schon mal Elektroporsche.

    Blick vom Campingplatz. Es war wie Sommer…

  • Tag 47 Pause in Trondheim, Dienstag, 30.Juni 2026

    Nidarosdomen

    Da ist er. Der Nidarosdomen. Ehemaliger Sitz des Erzbischhofes.
    Trondheim ist eine quirlige Stadt, die ein bisschen Großstadtflair ausstrahlt obwohl die bunten Holzhäuser eher niedlich wirken. Eine wichtige Rolle spielt hier das Andenken an Olaf (den Heiligen). Er hat sich besonders um die Christianisierung der Wikinger mit mehr oder weniger gewaltlosen Mitteln „verdient“ gemacht.
    Der Fahrradmonteur hat mir ein neues Hinterrad empfohlen, konnte aber auf die schnelle keine passende Felge besorgen. Die Schaltung sei ok, aber etwas schwergängig. Da müsste man sonst die Züge austauschen. Habe drauf verzichtet. Die Bremsbeläge hat er auf meinen Wunsch hin getauscht, obwohl es noch nicht notwendig war. Ein bisschen Hydrauliköl nachfüllen hätte wahrscheinlich gereicht. ich habe noch 5 Ersatzspeichen mitgenommen, weil er meinte die könnten auch aufgrund des Höhenschlages (erster Speichenbruch) und der Gewichtsbelastung immer wieder brechen. Ok. Seit 2000 km ist nix mehr passier. Er hat das Hinterrad soweit wieder ausgerichtet. Den Höhenschlag bekommt er natürlich nicht weg.
    Meine stockigen stinkenden Lauf/Wanderschuhe habe ich entsorgt und mir ein günstiges waterproof Outdoorschuhepaar gekauft. Außerdem ein Paar Regengamaschen, die wirklich gut sein sollen.-Sagt der Verkäufer-
    Ich werde die Gamaschen wahrscheinlich erst am Freitag ausprobieren können. Der Wetterbericht sagt bis dahin keine nennenswerten Niederschläge voraus. Mal sehen…
    Noch 33 Tage bis zum Nordkap.

    DCIM\100GOPRO\GP010530.JPG
    DCIM\100GOPRO\GP010522.JPG
    DCIM\100GOPRO\GP010469.JPG
    Wer hätte es gedacht…

  • Tag 46 von Orkanger nach Trondheim, Montag, 29.Juni 2026

    Die Fahrt war sehr entspannt. Es hat geregnet, aber nicht allzu feste. Es gab noch trockene Stellen am Oberkörper. Ich glaube Nicole hat ein Bild gemacht, weil wir uns darüber unterhalten haben, wie man in Whatsapp eine Sonne auf das Bild bekommt. Wir sind nah am Meer gefahren, haben bei Ebbe den Meeresboden gesehen aber weder das Wasser noch die darin befindlichen Inseln und das gegenüberliegende Ufer.
    War das Nebel oder einfach die Regenwolke, die nicht von unserer Seite wich? Merkwürdiger Weise ist unterwegs eine heftige Steigung aus unseren NAVIs verschwunden. Oder wir haben in der Wolke nicht gemerkt, dass wir hoch gefahren sind.
    Unterwegs haben wir ein Niederländisches Paar getroffen, die über Schwedens Ostküste gefahren sind und heute ihren ersten Regentag auf der Tour überhaupt hatten.😩
    In Trondheim haben sich Siggis, Nicoles und meine Wege nach einem gemeinsamen CaféBesuch erst einmal für 2 Nächte getrennt.
    Ich habe eine Inspektion mit Wechsel der Bremsbeläge bei einem Fahrradhädler für morgen ausgemacht. das Appartment ist super. Die Waschmaschiene läuft, der Trockner auch und alle nassen Klamotten und Zeltteile trocknen so vor sich hin. Wenn Siggi oder Nicole mir ein Foto überlassen, füge ich es noch ein .

    Das Bild ist nicht von Siggi und Nicole. Man sieht einen Teil des bischhöflichen Verwaltungsgebäudes. (siehe Tag 47)
  • Tag 45 von Kyrksæterøra nach Orkanger, Sonntag, 28.Juni 2026

    Text folgt. Sonniger, fliegenreicher, schwitziger, berglastiger Tag. Am Abend regnet es…

  • Tag 44 Kristiansund nach Kyrksæterøra, Samstag, 27.Juni 2026

    Beim Losfahren hat es nicht geregnet. Im Gegenteil, es sah sehr freundlich aus. Mit Sonnenbrille los und es hat sich gelohnt. Ein anstrengender 100 km Tag mit über 1000 Höhenmetern aber mit herrlichem Wetter. Erst abends hat es wieder angefangen zu regnen. Und ja, wir sind naß geworden auf dem Weg von der Pizzeria zum Campingplatz. Aber Überraschung: eine Hütte für drei war deutlich billiger, als drei Zelte für je eine Person. Also kein Zelt aufbauen. Hat auch etwas. Mit Nicole und Sigi kann man gut zusammen Fahrrad fahren. Wir versuchen es mal weiter bis Bodø.
    Kyrksæterøra heißt übrigens Kirchhoflärm. Hier war es jetzt heute Nacht aber ganz ruhig.

  • Tag 43 von Bud nach Raivic (Kristiansund), Freitag, 26.Juni 2026

    Würde ich behaupten, ich sei noch niemals so Naß gewesen, wie heute, so entspräche dies nicht der Wahrheit. Ich dusche regelmäßig, ich gehe auch hin und wieder Schwimmen. Und ich war auch in Norwegen schon durchnässt. Aber gestern war schon ein besonderer Tag. Wir sind über die Nordatlantikstraße gefahren. Ein kleines Highlight. Spektakuläre Bilder. Es hat nur genieselt beim rauffahren auf die große Brücke. Bilder gibt es so gut wie keine. Alles war nass alles war trübe. Dann vor Kristiansund der Tunnel, der für Radfhrer nicht passierbar ist. Alles Gepäck von den Rädern, Drei Fahrräder in einen Reisebuss (nicht in den Gepäckraum). Vorher völlig durchnässtes Warten auf den Bus. Nach der Busfahrt alles wieder aufpacken, es ist kalt. Noch 12 km bis zum Campingplatz. Zwischendurch einkaufen. Zu dritt eine Komforthütte gemietet. Trockenaktion bei 26° in der Bude. Tiefschlaf.

  • Tag 42 von Otrøy kyrkje nach Bud, Donnerstag, 25.Juni 2026

    Von Otrøy kyrkje nach Bud

    Ein kleines Stückchen zwischen Ålesund und Trondheim. Eine angenehme Tour ohne besondere Höhen und einer kurzen Fährfahrt (2,8 km). Einfach zu fahren, auch bei Dauerregen. Wir sind nicht zu nass geworden. Auf dem Campingplatzt angekommen, hat es dann wenigstens beim Zeltaufbauen nicht geregnet. Morgen, wenn wir die Atlantikstraße fahren, soll es in Strömen regnen. Hoffentlich kommt der Wind wenigstens von hinten.

    Lachszucht

  • Tag 41 von Ålesund nach Otrøy kyrkje, Mittwoch, 24 Juni 2026

    Heute war auf und zu Tag. Bergauf ohne Regen Jacke auf. Dann wieder Regen, Jacke zu. Vor der Fähre einen Kanadier und einen Schweizer getroffen. Die beiden sind mit leichtem Gepäck unterwegs und zu schnell für mich. Außerdem Nicole und Siggi. Beide wollen auch zum Nordkap. Jetzt sind wir zusammen auf dem Sandesnes Zeltplatz. Zusammen kocht und gegessen. Zusammen heißt nahezu zeitgleich jeder seines. Heute war ich nass, aber nur so, dass es nach dem Zeltaufbauen bei kräftigem Wind wieder trocken war. Super warme Dusche. Gleich ins Zelt und schlafen. Morgen kurze Tour mit nur rund 80 km. Ich freue mich auf das Schlafen im Zelt. Ich schlafe da besser als in der Hütte in den letzten 3 Tagen.

  • Tag 40, Halbzeit, Abhängen in Ålesund, Dienstag, 23.Juni 2023 und Mittsommer, denn morgen ist Johanni

    Keine Bilder, denn als ich endlich so weit war, hat es angefangen zu gießen. Morgen übrigens 13 Grad Höchsttemperatur. Also mindestens 17 Grad kälter als in NRW.😀

    Bild ist von gestern. Wasserfall in Geiranger. Die Anderen (Mitreisenden) sind im Andenkenladen…

  • Tag 39 Ein Ausflug in den Geirangerfjord (ohne Fahrrad), Montag, 22.Juni 2026

    Die Bilder oben sind auf einem Schiff Namens Brusvic entstanden. Das Bild von mir hat ein freundlicher Amerikaner aus Chicago auf Geschäftsreise (!) gemacht.
    Die Rundrerise begann auf dem Boot und führte zunächst durch den Hjørundfjord bis Øje. Ein Kleinbus fuhr dann mit den Reisenden durch das Norangsdal. Ein für seine Schönheit und seine Sennerinnen im letzten und vorletzten Jahrhundert besonders berühmtes und von der Highsociety und Naturkundlern der vorletzten Jahrhundertwende besonders geschätztes Tal. Auch die derzeitige Königin von Norwegen soll schon häufiger hier privat gesichtet worden sein. Beim Umstieg in den Bus haben wir 2 Personen der Reisegruppe verloren…Die Fjorde sind hier sehr tief…Der nächste Zwischenstopp war Hellesylt. Ein Ort, den man nicht gesehen haben muss. Neben 3 Souvenierläden, einer Pizzeria und einer mit einer Pommesbude vereinten Tankstelle (beiden gemeinsam ist die Verwendung von Öl) gab es noch einige Gebäude, die auf regelmäßige Feriengäste hinwiesen. Das Grandehotel war jedenfalls geschlossen und wurde wohl schon seit längere Zeit dem Verfall überlassen. Hier mussten wir eine Stunde (zur eigenen Verfügung) ausharren. Ein Pølser im Milchbrötchen mit Zwiebeln, Ketschup und Maio für mich. (Das war nicht so einfach, weil der Pølserverkäufer immer weggesehen hat, wenn ich ihn ansprechen wollte.-Ich war zu der Zeit der einzige Mensch vor seiner Theke.)
    Von Hellesylt ging es dann wieder per Boot durch den Geirangerfjord mit Wasserfallverkostung an einem Wasserfall der sieben Schwestern. Schmeckte wie ungechlortes Wasser. War ok. Man hätte auch für 135 NoK ein kleines Fläschchen kaufen können und dann das Wasser mit nach Hause oder als Geschenk nehmen können.
    Der Trollkönig, der hier ständig seine Töchter irgendwo rumliegen oder verloren hat, hatte wohl 7 Töchter.
    Die Tour endete dann zunächst in Geiranger. Neben einem mittleren schwimmenden Wohnblock waren noch ungefähr 10.000 andere Menschen in dem Ort mit Wasserfall, 10 Souveniergeschäften, vielen Übernachtungsmöglichkeiten, Fastfoodläden und einem riesigen Platz für freiheitsliebende Wohnmobilreisende, die trotz der tollen Aussicht auf die Nummerschilder in der ersten und zweiten Wagenreihe nicht auf die Lifeübertragung der FußballWM in den eigenen 4 Blechteilen verzichten wollen.

    Hach, is´et nich schön hier Helga! Hamwas gut, oder?

    Von Geiranger aus (2 Stunden zur eigenen Verfügung) ging es über die sogenannte Adlerstraße, die leider seit den 60er Jahren Geiranger auch mit dem Auto erreichbar macht, mit dem Bus wieder zurück nach Ålesund. Adlerstraße deshalb, weil hier früher und heute (das wird bei jeder Erläuterung erwähnt) die Seeadler kreis(t)en. Ich habe keine gesehen. Dafür aber bestimmt hundert PKWs, Wohnmobile und Reisebusse. Am Ømesvingen (Adlerschwung)springen alle aus ihren Fahrzeugen („10 Minuten“) und klicken mit ihren Mobiltelefonkameras die ganze Gegend ab. Das Schlimme…,es lohnt sich:

    Der liegende Wohnblock nennt sich Costa Diadema. Der Wohmobilplatz der Freiheitsliebenden liegt rechts oberhalb auf dem Bild. Man könnte es von weitem mit einem Freidhof verwechseln.
    Bei aller Kleinkritik, die 2000 NoK für den Ausflug haben sich allemal gelohnt für den Rausch der Bilder. Ich hoffe, die Demenz ereilt mich nicht so schnell. Denn die Bilder unten können die Realität nur schwach abbilden.

    Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Einen Tag vorher sind Martina und Jürgen die Adlerstraße mit dem Rad hochgefahren. Hut ab. Ich fand, es hat mit dem Kleinbus gereicht. Am Mittwoch muss ich wieder strampeln…

  • Tag 37 Åheim nach Ålesund, Samstag, 20. Juni 2026

    Man könnte die Bilder oben vielleicht als Morgenstimmung bezeichnen. Natürlich nicht so wie die Morgenstimmung aus dem Peere Gynt.
    Ich habe mich auf sehr wenige Fotos beschränkt, denn am Rest des Tages hat es wie aus Eimern gegossen. Alle Fotos, die ich gemacht hätte, wären nur Begründungen dafür gewesen, warum Norweger am Sonntag (der Tag an dem man hier nicht arbeitet) keine Alkohol kaufen können. Bei so einem Wetter kann man sich nur die Kante geben oder… Fahrradfahren.
    Manchmal hatte ich aber auch Glück. Zum Beispiel beim Warten auf die Fähre. Die kam pünktlich mit mir am Anleger an und ich konnte Ruckzuck die 3 km auf die die nächste Insel hinter mich bringen. Die Fahrt danach war äußerst anstrengend, weil sie auch noch über Berge ging und es war total nervig viel Autoverkehr. Überwiegend viel befahrene Bundesstraße mit teilweise rücksichtslosen Autofahrern. In Hareid angekommen, habe ich auf die Schnell Fähre nach Ålesund gewartet (75 km im Regen und 1300 Höhenmeter haben mir gereicht) und dafür meine Jacke ausgezogen. Die Fährterminals sind meistens wohl beheizt.Dabei habe ich festgestellt, dass ich, bis auf einen winzigen Fleck am rechten Ellenbogen, komplett durchnässt war. Das T-Shirt, das man auf dem Foto sieht, ist eigentlich hellgrau nicht dunkelgrau. Ich bin aber ziemlich sicher, dass das Wasser nicht von außen gekommen ist, zumindest nicht an diesen Stellen, sondern dass es von innen kommt und nur nicht nach außen kommen konnte. Meine Theorie ist ja, dass man beim Fahrradfahren fett verbrennt. Und wenn Fett im Körper verbrannt wird beziehungsweise abgebaut wird, dann entsteht daraus Kohlenstoff und Wasser und das Wasser muss irgendwie raus. Da ich zumindest während der Fahrt fast nie eine Toilette aufsuchen muss, vermute ich mal, dass das Wasser einfach durch die Haut diffundiert.😉

    Das rechte Foto haben Manuela und Jürgen gemacht, die mich nicht nur warmherzig, sondern auch mit einer warmen Dusche in ihrem Apartment empfangen haben. Ich habe alle meine Sachen trocknen können und eine Nacht auf ihrem Sofa verbracht, nachdem wir uns gemeinsam das große Feuer in Ålesund angesehen haben.
    Das war ja der eigentliche Grund für meine Reise nach Ålesund und für meine Aufholjagd bis zum 20. Juni.
    Das Feuer war ein großes Spektakel. Wir mussten mit dem Bus hinfahren und dann noch eine ganze Strecke zu Fuß laufen, um dorthin zu kommen. Wir sind ohne zu wissen, wo es eigentlich war, immer der Masse nachgelaufen. Es stellte sich heraus, dass die eigentliche Gaudi das Anzünden des Feuers war. Hunderte von Schiffen lagen außen im Wasser und beobachten mit hunderten Schaulustigen an Land das Ereignis. Aber die eigentliche Show hat das Sonnenlicht gemacht. Dazu einige Fotos im Anschluss. Nach dem Anzünden dauert es eine kleine Ewigkeiten, bis dieser Turm wirklich anfängt zu brennen. Wir sind dann doch irgendwann gegangen, weil es einfach ungemütlich war und Manuela und Jürgen am nächsten Tag früh raus mussten. Sie wollen mit einem Schiff in den Geirangerfjord fahren und dann von Geirangerfjord aus ein paar Höhenmeter erklimmen.-Viel Spaß Euch-.
    Im Nachhinein war das Wiedersehen mit Manuela und Jürgen eigentlich der bessere Teil des Abends. Der Palettenturm war zwar spektakulär, aber das Wiedersehen mit Manuela und Jürgen und unsere gemeinsame Fahrt zum Feuer und zurüch waren fast spannender.
    Auffällig war, dass bei Temperaturen unter 12° die norwegischen Jugendlichen häufig mit sehr sehr wenig Bekleidung auftauchten. Hatte schon so ein bisschen was von Mittsommerstimmung. Nur dass die Temperaturen gnadenlos unter normalen Sommertemperaturen lagen. Wie schon gesagt, die Tageshöchsttemperaturen lagen bei 12° und wegen des Windes gefühlten 10°.
    So ganz nebenbei hab ich festgestellt, dass ich auf den letzten 2000 km bisher ungefähr 8 kg Fett hinter mir gelassen habe. Sollte mir also jemand folgen, aufpassen, dass er nicht ausrutscht.(Wenn meine Theorie stimmt, sind da ja auch nur Pfützen).
    Nach einer wilden Fahr auf zwei E-Scootern (gestoppt durch die norwegische Polizei, weil wir eigentlich drei gebraucht hätten) haben wir zum Abschluss bei Manuela und Jürgen noch einen kleinen Schluck Rotwein getrunken und weiter Döneckes erzählt. Die Nacht war dann kurz. Das ist aber nicht so schlimm, weil ich am Sonntag in einer Hütte auf dem Campingplatz schlafen werde. Und anschließend auch noch hier in Ålesund (man spricht es übrigens Oleßünd, wobei das o so wie in dem bereits früher ausgeführten moin der Norddeutschen gesprochen wird) 2 Tage Pause mache. Wahrscheinlich werde ich auf dieser Tour Manuela und Jürgen nicht mehr wieder sehen. (Eine kleine Chance besteht noch in Trondheim, bevor sie dann nach Osten abbiegen um über die Berge zurückzufahren. Deshalb habe ich noch mal kurz ein Abschiedsfoto gemacht (Foto ist von Sonntag)und an dieser Stelle noch mal danke für alle Ermunterungen und alle kleinen und großen Wohltaten, die ich von Euch beiden erfahren habe.

  • Tag 36 von Florø nach Åheim, Freitag, 19.Juni 2026

    Ich bin tatsächlich heute Morgen um 4:00 Uhr aufgestanden, habe bei strömendem Regen im Zelt meine Taschen gepackt. Habe mir den Kaffee abgeholt, den ich gestern schon bezahlt habe im super schicken Kaffeeautomaten bei der Rezeption und bin tatsächlich um 6:00 Uhr vom Campingplatz losgefahren. Die Fähre sollte Um 6:36 Uhr ablegen, ich war 10 Minuten vorher da. Und die Fähre hatte tatsächlich 4 Minuten Verspätung. Klingt lächerlich, ist aber nicht üblich in Norwegen bei den Fähren.
    Dann bin ich erst mal 1 Stunde 40 Fähre gefahren. Es hat in Strömen gegossen. Ziel der Fährfahrt war Maløy. Kurz vor der Ankunft hat es aufgehört zu regnen. Alles richtig gemacht und dann los. Natürlich ging es erst mal bergauf. Ein Foto zeigt die Maløybrücke. Kurz danach beim bergauf fahren, habe ich jemanden getroffen, der aus Braunschweig kam und dort (nicht in Braunschweig,sondern an der Bundesstraße)in der freien Wildbahn kampiert hatte. Der war um 9:00 Uhr aber noch nicht unterwegs. Wahrscheinlich ist er gestern Abend lange gefahren. Er will übrigens auch nach Ålesund. Wir haben uns da verabredet. Auf der Tour ging es dann weiter und das Highlight des Tages war der Joker. Joker sind die kleine Lebensmittelläden ( an meist verlassen wirkenden Orten des Landes) in denen es immer auch heißen Kaffee gibt. Ich habe ein Schokocroissant und ein Puddingteilchen und einen Kaffee zu mir genommen. War schließlich erst mein Frühstück. Die Verkäuferin, offensichtlich deutscher Herkunft ( also mit Migationshintergrung) hat gesagt, der Kaffee sei ein Geschenk. Und dann ging es wunderbar weiter, bis ich einen fürchterlichen Berg hoch musste, der mich echt Kraft gekostet hat und mich zur Verzweiflung gebracht hat, weil alle Fliegen Norwegens meinen Schweißgeruch mögen. Selbst oben angekommen hat es nur für ein kurzes Foto gereicht. (Siehe Bild mit Fahrrad) Dann musste ich auch direkt los und bergab fahren so schnell es ging weg von den Fliegen und den nächsten Berg hinauf und als es schon anfing zu tröpfeln habe ich Åheim erreicht. Meine Entscheidung hier auf den Campingplatz zu fahren beziehungsweise die Dame, die den Campingplatz führt, dazu zu überreden mir ein Zimmer zu vermieten, war genau richtig, denn es hat den ganzen Nachmittag und auch heute Abend wie aus Eimern gegossen. Ich bin mal gespannt, ob ich morgen die 108 km und 1370 Höhenmeter bis Ålesund schaffe. Ich versuch es.
    Vielleicht noch als Ergänzung zu gestern. Ich weiß nicht, ob das Bild dabei war. Wenn nicht packe ich es hier gleich noch mal dazu. Man sieht da sehr deutlich, dass der Wasserfall direkt aus den Wolken kommt. Und das ist doch eigentlich eine gute Lösung. Die Wasserfälle zapfen die Wolke direkt an und dann muss auch der Radfahrer nicht nass werden.
    Aber Spaß beiseite so wie es da auf dem Foto aussieht mit dem Nebel in den Bergen dem ganzen Grün drumrum so stell ich mir auch die Küstenregenwälder im Westen der USA vor. Würde ich mir gerne auch mal angucken, vielleicht nicht mit dem Fahrrad und ohne Trump. Da gibt’s ja auch Tannen die sind 80 m hoch (Abies grandis). Die gibt’s natürlich in Norwegen nicht, zu kalt. Im Gegenteil ich habe das Gefühl, dass die Bäume hier schon so langsam kleiner werden, weil sie nicht so lange wachsen können und weil die Witterung sie zwingt, sich eher zu ducken als sich in die Höhe zu strecken.

  • Tag 35 Askvoll nach Florø, Donnerstag, 18.Juni 2026

    Die Fahrt begann im Regen. Der schwarze Sprinter, er heißt glaube ich Rüdiger und kommt aus Nürnberg ist locker an mir vorbeigezogen und hat wohl auch noch die Abendfähre in Florø bekommen. Ich wollte da gar nicht hin. Aber es lief gut und ich habe geglaubt, ich könnte vielleicht doch noch rechtzeitig in Ålesund sein zu dem großen Mittsommer Feuer. Am Ende hatte ich fast 1700 Höhenmeter und 111 km zurückgelegt. Davon natürlich ein paar mit der Fähre und 5 km Bus bin ich auch gefahren, durch einen Tunnel, der für Fahrräder nicht passierbar ist. Es gibt eine Umleitung für Fahrräder die bedeutet aber noch mal 550 Höhenmeter zusätzlich das hätte ich heute nicht geschafft.

    Ich hatte Glück, in Fore gab es einen Spar, der ein Salat Buffet anbietet. Das habe ich hier schon einmal erlebt. Das Salat Buffet beinhaltet auch Nudelsalat. So kann man sich eine gute (Nach)Mittagsmahlzeit verschaffen. So gestärkt bin ich dann doch noch die letzten 40 km angegangen.
    Ich habe den Rat von Manuela befolgt und mir Mülltüten über die Strümpfe gezogen bevor ich in die Schule gegangen bin. Dadurch sind auch nasse Schuhe gut zu ertragen, weil die Socken im Prinzip trocken bleiben. Außer natürlich der Flüssigkeit, die man selber absondert. Die Tüten sind eben auch nicht atmungsaktiv 😉.
    In Florø habe ich einen Campingplatz erwischt, der völlig neu war. Die Sanitärräume waren super gut in Schuss und modern. Gerade erst aufgebaut. Ich habe mich mit einem alleinreisenden Hessen aus Hanau und einem ebenfalls hessischen Pärchen aus Offenbach unterhalten. War ein ganz lustiger Abend. Leider war ich völlig fertig. Da ich ja immer noch im Kopf habe Ålesund rechtzeitig zu erreichen, stehe ich morgen früh um 4:00 Uhr auf, um die 6:36 Uhr Fähre zu erreichen. Mal sehen wie’s klappt. Es soll heute Nacht mal wieder regnen.
    Und obwohl es eigentlich schon genug Landschaftsaufnahmen gibt, pack ich trotzdem noch ein paar dazu. So langsam habe ich das Gefühl ich sammel eigentlich die Vorlagen für 5000 Teile Puzzle.

    Man achte auf den Schnee!

    Die drei Bilder nebeneinander zeigen eine Hecke aus Aruncus (Geißbart) sehr selten und auch nicht besonders langlebig weil er nach der Blüte die Blätter verleirt. Bei uns ist der Aruncus längst verblüht. Wenn man die Blüten abschneidet, bleibt das Grün noch ein, zwei Monate Daneben für Lukas: eine Bosch Wärmepumpe mitten in Norwegen. Ganz rechts mein Zeltplatz heute Abend und unten noch einmal der Blick aus meinem Zelt als letztes. Wie gesagt Landschaftsbilder gibt es hier ohne Ende.

  • Tag 34 Birkeland nach Askvoll, Mittwoch, 17.Juni 2026

    Fahrradmäßig war es eher ein leichter Tag. Ich bin früh in Birkeland los und habe dann über 1 Stunde auf diese blöde Fähre gewartet. Trotzdem war ich mittags in Askvoll. Der Campingplatz ist leider nicht so, wie ich ihn erhofft habe. Aber es gibt eine Dusche, einen Trockner und einen Platz für mein Zelt. Er liegt sehr nah an der Straße. Es gibt kaum Leute. Außer mir sind noch drei Radfahrer da. Zwei davon habe ich gestern schon in Birkeland gesehen. Es sind Niederländer, etwas älter, die mit eBikes unterwegs sind. Ich habe gut gegessen einen kleinen Mittagsschlaf gemacht und vor allem es geschafft das Zelt aufzubauen, bevor es anfängt zu regnen. Jetz liege liege ich hier in meinem Zelt, höre es tröpfeln und freue mich darüber, dass ich nicht draußen bin. Morgen werde ich nicht darum herumkommen das Zelt im Regen abzubauen. Aber es soll nicht so fürchterlich regnen, sondern einfach nur regnen. Mit weit über 1500 Höhenmetern und über 70 km Entfernung liegt morgen eigentlich ein ziemlich schwerer Tag vor mir. Ich bin mal gespannt wie weit ich komme. Die wunderschönen Tage mit Sonne und mit diesen unendlichen Ausblicken auf die Landschaft ( oder sind es eher Einblicke in die Landschaft ?), an denen man sich nicht satt sehen kann, sind wohl erst mal vorbei. Außerdem habe ich heute erfahren, dass der 40 m hohe Palettenturm in Ålesund immer am Samstag vor Mittsommer, also dieses Jahr schon am 21.6. verbrannt wird und nicht erst an der Mittsommer Feier hier in Norwegen. Es ist immer der näheste Samstag zu dem Mittsommer. Nun ich bin dann zu spät. Das macht aber nichts, denn ich werde von dort den Geirangerfjord versuchen zu bereisen und auf den Hausberg klettern. Den Hausberg von Ålesund.
    Es gab heute nur wenige Bilder, weil die Fahrt einfach so kurz war. Und außerdem, ist es trübe und seit 16:00 Uhr regnet es.

    Man kann schon sehen, bis auf den schmalen Küstenstreifen wird es schroffer, steiler, höher. Nicht gerade ideal zum Fahrradfahren.

    Die oberen Bilder zeigen noch einmal doe Aussicht vom Campingplatz Birkeland. Die kleinen beißenden Blutsauger sieht man nicht.

  • Tag 33 Vågenes nach Birkeland, Dienstag, 16.Juni 2026

    Es war ein wunderbarer Radfahrtag. Die Sonne schien. Der Wind war milde, und die Straßen waren so, dass man Kilometer machen konnte. Das hat mich dazu verleitet, heute etwas weiter zu fahren. Ohne die Fährfahrten bin ich rund 100 km gefahren und habe dabei ungefähr 1500 Höhenmeter überwunden. Leider hat der Campingplatz hier kein WLAN. Deshalb werde ich versuchen, morgen nach einer etwas kürzeren Fahrt auf einem hoffentlich gut ausgerüsteten Campingplatz nachzuholen, was heute fehlt. Mehr Text, mehr Geschichten und vor allem Bilder. Bis dahin müsst ihr euch gedulden. Und ich muss jetzt ganz schnell schlafen.

  • Tag 32 Bergen nach Vågenes, Montag,15.Juni 2026

    Wochenplan
    Tagesroute, Rad.60 km , 800 Höhenmeter Steigung – machbar!

    Super Tag. Das Wetter verwöhnt mich. Die Sonne war den ganzen Tag am blauen Himmel. Kein Wölkchen zu sehen oder wenn dann nur ganz weiße Kumuluswolken weit weg. Nicht über mir. Und wie es so ist, wenn man sich nicht mehr über den Regen aufregt, dann jetzt über den Wind. Der kommt nämlich von Norden. Und da will ich hin. Sobald man ein wenig im Inland ist, ist der Wind nicht mehr so schlimm. Aber wenn er mich erwischt, ist er kalt und er kommt von vorne.
    Wunderbare Aussichten heute. Brücken. Darunter die zweit längste Schwimmbrücke der Welt, wenn ich das richtig verstanden habe. Der Fjord ist da 150m tief. Keine Möglichkeit der Gründung.
    Wie immer anstrengend aber gut machbar. Und diese Landschaft und dann bei Sonne, genial. Am Zeltplatz angekommen hat man mir einen Platz zugewiesen von dem aus ich auf eine Wasserfläche gucken kann mit lauter kleinen Inseln. Die letzten beiden Bilder sind von diesem Campingplatz. Ich fühl mich gut. Morgen wird es noch mal richtig anstrengend und ich weiß noch nicht wo ich übernachte. Mal sehen, was kommt.
    Wenn ihr das siebte Bild etwas vergrößert, könnt ihr am rechten Bildrand oben schneebedeckte Berge im Hintergrund sehen.
    zum Schluss noch eine kleine Anekdote zu meiner Unterkunft. Es heißt nicht Room2B, sondern room to be. Der Vermieter war aber sehr nett. Heute habe ich noch 1 Stunde mit ihm verquatscht.

  • Tag 31 Bergen, Sonntag, 14.Juni 2026

    Bergen zeigt sich von seiner besten Seite. Die Sonne scheint den ganzen Tag. Nachdem ich festgestellt hatte, dass man die Flåmentour hätte viel früher buchen müssen, bin ich heute morgen auf den Fløjen gefahren. Es fährt eine Zahnradbahn hinauf. Gefühlt 3 Minuten, 120 Kronen. Von dort oben hat man einen super Blick über die Stadt und man wundert sich wie schnell hunderte von Leuten sich in der Natur verlaufen. Man hat nicht das Gefühl, dass man an einem Hauptattraktionsort der Stadt ist. Ich habe einen nicht so schönen Weg runter gewählt. Er war weitgehend asphaltiert. Aber die Aussicht war grandios. Als Alternativprogramm hatte ich mir für den Nachmittag eine Fahrt in den Fjord Mostraumen überlegt. Auch hier war es gar nicht so einfach eine Karte zu bekommen. Doch dann bei herrlichem Wetter in einen Ford, berauschend. Was bei den Birnenblüten über die Nase funktionierte, funktioniert hier über die Augen ein Traum von Grün, von hellstem, fast gelbem Grün, über grün gelb, bis Dunkelgrün, oliv und fast schwarz. Und das auf allen Schattierungen des Graus der Felsen und Steine mit durchschimmerndem in der Sonne glänzendem Wasser. Blau der Himmel darunter schon tief hängend schneeweiße Cumulswolken. Und immer, wenn ich dachte, jetzt bist du voll mit diesen Eindrücken bog das Schiff um eine Kurve und es kamen neue unbeschreibliche Bilder. Es ist kaum zu beschreiben aber ich hätte heulen können vor Naturschönheit. Man konnte sich kaum satt sehen. Und neben mir stehen Leute und unterhalten sich darüber, in welchen Teilen in Österreich man in diesem Jahr wieder nicht Ski fahren konnte und warum die dort nicht einen höheren Lift bauen. Dabei brauch ich hier nicht Ski fahren oder sonst was. Ich kann einfach gucken wunderbar. Und ich hoffe inständig, dass wir es schaffen, dass alles nicht zu zerstören. Es war ein wunderbarer Nachmittag und die 890 Kronen waren gut investiert.

    Die Karte zeigt die Fahrt mit dem Schiff in den Fjord.
    Ab morgen muss ich wieder Fahrradfahren. Die Tage stimmen wieder. Den Vorsprung von Stavanger habe ich wieder verschländert.

  • Tag 30 Bergen Samstag, 13.Juni 2026

    Bergen, die Stadt mit dem meisten Regen (Menge, Dauer, Häufigkeit) in Europa hat mir einen herrlich trockenen Tag beschert.
    Am Morgen ging es erst einmal vom Campingplatz in Nesttum in einen Fahradladen am Rande von Bergen (insgesamt gestern nur 15 Fahrradkilometer). Bremsen prüfen. Der junge Mann hat sie auseinander genommen, gereinigt (Grusvejen) und wieder zusammengesetzt. Als andere Kundschaft kam, habe ich gesagt, er solle erst ein Fahrrad verkaufen. Ich hätte dann noch was zur Schaltung. Es waren sehr schwierige Kunden, und während er sie bedient hat, kamen schon die nächsten zwei Pärchen, die sich ein Fahrrad ansehen wollten. Er kam zurück und meinte, eigentlich würde er sich mit dieser Pinionschaltung überhaupt nicht auskennen. Ich habe ihm dann gesagt, er solle mir einfach das Fahrrad wiedergeben. Es wäre nicht so schlimm. Auf die Frage, was er für seine Arbeit bekomme, sagte er nur, das wäre Service für Leute, die zum Nordkap fahren. Er fand es total toll.
    Mal eine gute Erfahrung in Norwegen etwas zu bekommen, das kein Geld kostet.
    Es stellte sich heraus, dass mein Room2B Zimmer kein Hotelzimmer, sondern ein Privatzimmer in einer Wohnung ist. Ein bisschen ungewohnt, aber der Wohnungsinhaber scheint ok. Ich glaube, es ist das alte Kinderzimmer eines Mädchens. Unter der Decke kleben noch Leuchtsterne. Übrigens: Sonnenuntergang 23 Uhr, Sonnenaufgang 4 Uhr. Wird noch besser…
    Ich wollte am Sonntag eigentlich mit der Flåmbahn fahren. Keine Chance. Alles ausgebucht. Also werde ich heute Wandern und mit der Floibahn auf den Hausberg Bergens fahren.
    Ich habe mir, wo wäre das besser, noch eine Regenjacke gekauft. Ich darf sie am Montag zurückbringen, wenn sie nicht wasserdicht ist. Aber die drei Tropfen Regen am Abend haben zur Dichtigkeitspüfung nicht ausgereicht. Am Sonntag soll es auch nicht regnen. Da ist man schon mal in Bergen….
    Für umgerechnet 34€ habe ich mittags einen Salat (sehr lecker mit Rotebeete, Granatapfel und Nüssen)und einen Kaffee zu mir genommen und abends dann Fish and Chips für knapp 32 €, da war allerdings schon ein Bier 0,4 im Plastikbecher für 11€ dabei. Die Fish and Chips waren nicht gut.
    Die Stadt ist voller Touristen aus aller Herren Länder. Viele Norweger, die die Stadt besuchen. Samstagnachmittag sind viele schon stark alkoholisiert. Ab 18:00 Uhr bekommt man außerhalb von Lokalen keinen Alkohol mehr. Die deutsche Marine ist mit der Fregatte Hessen da. In den Nebestraßen ist es aber ruhiger. Da es fast überall bergauf geht, halten sich da auch die Touristenströme in Grenzen. Sehr schöne alte Viertel. Aber auch interessante Neubauten. Balkone haben hier meistens eine Glasverkleidung (damit es nicht reinregnet beim Sonnenbaden). Mal sehen, was der Sonntag bringt.

  • Tag 29 Fitjar nach Nesttun- Grimen (bei Bergen) Freitag, 12.Juni 2026

    Volle Regenklamotten. Zelt im Regen abgebaut.Geschwitzt wie blöd. Nass bis auf die Haut. Aber gar nicht vom Regen. Der blieb nämlich weitgehend aus. Außer während der Fährfahrt und da war es egal. Der einzige, der beim Bergauffahren atmungsaktiv ist, bin ich. Auf keinen Fall die Regenklamotten. Die Fahrt war eigentlich angenehm. Aber ich war müde. Der Campingplatz ist winzig, völlig ausgebucht. Unverschämt teuer. Wir haben nur Hütten bekommen, weil wir schon so früh da waren. Meine Hütte hat 4 Etagenbetten, kein Bad und kostet 1400 Kronen pro Nacht. Soviel kostet mein Zimmer in Bergen ab Samstag für 2 Nächte. Aber waschen so viel man will und trocknen auch. Und das Zelt ist auch trocken. Manchmal sind Etagenbetten ja auch nützlich (zum Zeltaufhängen). In der Samstagsausgabe gibt es dann hoffentlich mal wieder längeren Text. Es war die letzte Fahrt mit Eva. Ab jetzt muss ich wieder selber sehen , wo es lang geht. Waren sehr angenehme Tage. Hat einfach gut gepasst. Die beiden Damen in Stavanger, die unsere Mobiltelefone mit Strom versorgt haben meinten ja schon, das wir so harmonisch wirkten. Das war bevor wir versucht haben zusammen zu kochen…

    Nicht mehr weit bis zum Nordkap 🙂

    Das, was auf dem zweiten Bild so aussieht wie die Sonne, ist nur die Spiegelung einer Lampe auf der Fähre. Die Sonne haben wir während des ganzen Tages so gut wie nicht gesehen. und wenn sie mal rauskam, dann immer, wenn wir gerade einen Berg hochgefahren sind, um auch noch den letzten Tropfen Schweiß aus uns heraus zu saugen. Morgen gibt es noch einen Frühstückskaffee mit Eva und dann geht es für mich nach Bergen. Eva fährt morgen Abend mit Hurtigruten bis Ålesund.

  • Tag 28 Finnås nach Fitjar Donnerstag, 11. Juni 2026

    Heute haben wir einigermaßen Glück gehabt. Immer wenn es angefangen hat zu schütten war gerade eine überdachte Bushaltestelle da. Die Fahrt war anstrengend, aber auch sehr schön. Es ging über kleine Straßen mit wenig Autoverkehr, wunderbaren Wäldern, Flüssen, Bergen: eben Norwegens Süden. Am Abend haben wir Bernd getroffen. Bernd war vorher schon mit Jürgen und Manuela Fahrrad gefahren? Und so kannten wir uns eigentlich alle schon, weil wir schon voneinander gehört hatten. Wir haben es dann heute Abend noch um einige Einzelheiten ergänzt. Morgen wird es durchregnen, und wir werden hoffentlich abends den Campingplatz kurz vor Bergen erreichen.

  • Tag 27 von Haugesund nach Finnås, Mittwoch, 10. Juni 2026

    Zu Viert Berg rauf und Berg runter. Macht mal Spaß. Ist aber auf Dauer anstrengend. Weil jeder an einer anderen Stelle anhalten möchte, ein Foto machen aufs Klo gehen, einkaufen will. Da man sich immer unterhält, kommt man überhaupt nicht dazu die Landschaft so richtig zu genießen und sich seine eigenen Gedanken zu machen. Wenn man dagegen 1 Stunde lang in einem Warteraum völlig durchnässt auf eine Fähre wartet, dann ist es ganz angenehm, sich abzulenken, durch Erzählungen über all seine Fahrradheldentaten. Ab morgen fahren Eva und ich wieder alleine bis Bergen. Danach werden sich unsere Wege trennen. Mal sehen, ob man sich am Nordkamp wieder sieht. Im Moment ist es so, dass es nicht nur regnet ist es auch kalt 12° am Tag dabei kann man gut Fahrradfahren aber nicht stehen bleiben. Ich bleibe heute kurz, weil es noch eine Vorstandssitzung gab und ich teilnehmen musste (online) und deswegen keine Zeit war hier lange was zu schreiben.

  • Tag 26 Negstrand nach Haugesund Dienstag, 9.Juni 2026

    Schon bei der Abfahrt hat es geschüttet.Ich habe die nassen Socken vom Vortag angezogen und zum ersten Mal richtig volle Regenmontur angehabt. Mit langer Regenhose und Helmschutz.
    Nach einer Stunde war drinnen alles so nass wie draußen. Dabei war die Strecke eigentlich gut. Rund 600 Meter Steigungen mit moderaten Anstiegen. Aber der Regen.

    Am Campingplatz angekommen heiße Dusche bis die Füße warm sind. Die Hornhaut löst sich ab, weil die Füße den ganzen Tag nass sind. Andere gehen dafür zur Pediküre. Kriegt man hier so ganz nebenbei. Erstmal nur das Außenzelt aufstellen. Ab 18:00 Uhr soll der Starkregen aufhören. 3 Mal Trockner gebucht. Der Mann an der Reception : Gewaschen seid Ihr ja schon.
    Manuela und Jürgen kommen 2 Stunden nach Eva und mir an. Nass.
    Auf dem Platz sind noch ein Franzose und eine Neuseländerin mit dem Fahrrad und Zelt. Wir belagern den Aufenthaltsraum. Der ist beheizt. Um 18:00 Uhr reißt der Himmel auf. Kein Regen mehr, Sonne in den Wolkenlücken. Die meisten Sachen sind trocken. Wir versichern uns gegenseitig, wie gut es uns geht. Herrlicher Ausbick. Es ist 22:15 Uhr und es wird noch lange nicht dunkel. Morgen zum ersten Mal ohne Campingplatz….

  • Tag 25 Stavanger – Nedstrand im Regen Montag, 08.Juni2026

    Regen! Regen! Regen!

    Es hat ab Mittag ohne Ende geregnet. Deshalb sind wir, Eva, Manuela, Jürgen und ich von Stavanger aus mit einem Boot nach Negstrand gefahren. Nur 2 km bis zum nächsten Campingplatz haben ausgereicht, um völlig durchnässt zu sein. Wir haben in einer winzigen Küche 3 Mahlzeiten zubereitet und haben uns gegenseitig unsere Erlebnisgeschichten erzählt.

    Die Nacht hat es durchgeregnet. Mein Schlafsack ist am Fußende an das Zelt gestoßen und ein wenig feucht geworden. Beim Zeltabbau hat es nicht geregnet. Es hat geschüttet. Auch das Innenzelt hat beim Abbau etwas abbekommen.

  • Tag 24 Preikestolen, Sonntag, 7. Juni 2026

    7:50 Uhr fährt der Bus. Es saßen schon 3 Personen außer dem Fahrer drin. Der Bus hält noch an mehreren Stationen. Japaner oder Chinesen, stiegen ein mit dicken Koffern. Man weiß nicht, ob sie die mit auf den Preikestolen (Predigerstuhl)schleppen wollen oder ob sie irgendwo noch ein Hotel gebucht haben. Einer dieser Mitreisenden hat einen Mundgeruch, über den ich nicht weiter reden will. Er sitzt direkt hinter mir. Ich lehne mich unauffällig etwas weiter nach vorne. Die Fahrt dauert 1 Stunde. An der Endstation, der Toilettenanlage des Base Camps, angekommen, Laufen 30 von 35 Fahrgästen auf die Toilette. Die Toilette hat aber nur 15 Plätze. Es bilden sich Schlangen. Massentourismus. Nachdem ich auf der Toilette war, begebe ich mich auf den Wanderweg. Es geht steil Bergauf (ca 17 %) zunächst auf einem Schotterweg später auf großen Steinen, die eher aussehen wie Geröll einer Endmoräne. Doch wenn man genauer hinzieht, sieht man, dass jeder Stein einzeln gelegt wurde. Ich glaube, man hat extra Sherpas aus dem Himalaya geholt um diesen Weg zu bauen. Teilweise wurden die Steine anscheinend vorort gespalten. Es geht ziemlich schnell bergauf und mein Puls geht auch bergauf und nach ungefähr anderthalb Kilometern hat man endlich die Überschrift für einen neuen Western vor sich. „ Leichen pflasterten seinen Weg“. Die ersten, die mit Macht diesen Berg erstürmen wollten, liegen an der Seite und atmen schwer. Ich bemühe mich, ruhig zu bleiben, langsam zu gehen und mich Stufe für Stufe dem Gipfel zu nähern. Wirklich eine ganz herausragende Landschaft mit kleinen Hochmooren, die von den weiß blühenden Wollgräsern bestanden sind. Insgesamt ist die Landschaft, wenn man etwas weiter oben ankommt, aber karg und felsig. Das Grün der Bäume ist hier noch nicht hellgrün, sondern hat noch das Dunkelgrün des Winters. Es scheint, als würden sie oben auf dem Berg noch deutlich später ausschlagen als ohnehin schon im Süden Norwegens. Die vielen Menschen, die den Weg hoch und runter laufen, beleben jedoch das Bild. Unwillkürlich fällt mir, auch wenn es zur Jahreszeit natürlich gar nicht passt, der Osterspaziergang aus dem Faust ein.

    „ Überall regt sich Bildung und Streben,
    alles will sich mit Farben beleben;
    doch an Blumen fehlt´s im Revier,
    sie {die Natur}nimmt geputzte Menschen dafür.“


    Hier tragen sie NorthFace und Fjelreven, Patagonia und Vaude und Jack Wolfskin, Ortovox und Schöffel und… In der neuesten Mode: farbenfroh. Endlich oben angekommen. Es ist wie erwartet. Außer mir sind geschätzt noch 50, 60 vielleicht auch 70 andere Menschen oben. Ich unterhalte mich mit zugereisten Schwaben aus Jülich. Wir beobachten von etwas unterhalb das Treiben auf der Plattform. Dort stehen sie die Jugendlichen einer nach dem andern bereit für das beste Foto auf TikTok. Etwas weiter entfernt sitzen die Freunde und Freundinnen schießen die Fotos. Wir quatschen ein bisschen links ein bisschen rechts, beleuchten die wirtschaftliche Lage, stellen fest wie gut es uns geht und wie schwierig es vielleicht für unsere Kinder wird. Wir freuen uns so über die herrlich strahlende Sonne an diesem Sonntagmorgen. Schließlich gehe ich auch noch auf die Plattform. Lass mich fotografieren und nicht tiktokmäßig und nicht ganz vorne auf der Spitze aber so, dass ich es in WhatsApp in den Status stellen kann. Ich setze mich auf einen kleinen Steinhubbel und esse ein Brötchen und den Käse, den ich mitgebracht habe. Trinke etwas Wasser und mache mich auf den Rückweg. Der Rückweg ist ungefähr so wie der Abstieg vom Großglockner. Nur dauert er etwas über eine Stunde und nicht 5 Stunden. Es geht über diese dicken Steine, die wie Geröll eines Gletschers aussehen, hinab. Ein Fehltritt und man stürzt einige Meter hinab. Dabei drängeln manche Jugendliche von hinten. Manche können es kaum erwarten, nach unten zu kommen. So wie sie vorher nach oben gestürmt sind, so rasen sie jetzt den Berg runter. Haben die alle auch Urlaub? Wenn man unten ankommt, sieht man als erstes das Schild Icecreame Bar. Es gibt Eiscreme am Base Camp. Eine große Anzahl Menschen stürmen in dieses Haus. Ich kaufe eine Postkarte und schicke sie natürlich an die Abteilung Gewässer beim Niersverband. Dann esse ich noch ein Eis und ein Stückchen Kuchen, trinke zwei Tassen Kaffee und habe noch 1 Stunde Zeit, bis der Bus kommt. Als der Bus kommt, öffnet sich die Tür und wer steigt aus?: Jürgen und Manuela. Wir tauschen schnell die Telefonnummern aus, denn ich möchte mit dem Bus zurückfahren, und verabreden uns für vielleicht heute Abend. Sie wollen auch morgen mit der Fähre ein Stückchen weiter nach Norden fahren. Im Bus schlafe ich nahezu sofort ein. Meine Knie tun weh, aber nicht vom Fahrradfahren, sodern vom hochklettern und wahrscheinlich kann ich morgen keine Treppe runtergehen, weil die Oberschenkel Muskelkater vom bergablaufen haben. Die Busfahrerin setzt mich als einzigen an meiner Bushaltestelle ab und ich sortiere meine Zeltsachen neu, lade mein Handy auf und werde gleich noch einige Telefonanrufe erledigen. Es war ein super schöner Tag.Wenn man da oben auf dem Preikestolen steht, kann man verstehen warum so viele Menschen da hoch laufen. Als ich oben ankam, fiel mir eigentlich nur ein: „ Norwegens Landschaft hat immer noch irgendwas obendrauf zu setzen“ Und ja, es war eine gute Entscheidung heute bei Sonne hoch zu gehen, denn jetzt, nachmittags um kurz vor fünf zieht sich der Himmel dunkel zu und ich fürchte es wird kein trockner Abend werden.

  • Tag 23 von Bore Strand nach Stavanger, Samstag, 6.Juni 2026

    Heute war es eine gemütliche Tour, die ich gemeinsam mit Eva gemacht habe, genauer gesagt Dr. Eva. das Wetter hat uns für all die Stapazen der letzten Tage belohnt. Die zu erklimmenden Höhen waren überschaubar. In Tananger sind wir in so eine Art Volksfest hineingeraten. Mit Laufwettbewerb, Kinderbelustigung und gespendeten Back- und Trinkwaren. Eine echte Abwechslung. Man konnte den ganzen Tag quatschen und die wunderschöne Landschaft genießen. Bilder sind leider noch nicht da. Die werden nur in die Cloud geladen, wenn WLan vorhanden ist. Wie immer ist die Zeltwiese auch in Stavanger hier „funk“tionell minderbemittelt. Aber vielleicht klappt es ja morgen. Morgen. Kurz vor 8 fährt der Bus zum Preikestolen.
    Also eine kleine Planänderung. Ich spare fast 2 Tage Bergfahrt. Seit ich in Kristiansand losgefahren bin, bin ich rund 5700 Höhenmeter hochgekrakselt. Kleine Pause tut gut. Und morgen geht es zufuß den Berg hoch.
    Es sieht so aus, als würden Eva und ich bis Bergen zusammen fahren können. Entweder nimmt sie Rücksicht auf mich, oder sie fährt immer so. Jedenfalls passen die Geschwindigkeiten ganz gut zusammen. Wir fahren am Montag Nachmittag ein Stück Fähre Richtung Haugesund. Auf dem Weg nach Bergen gibt es eine Etappe ohne Zeltplatz. Ich bin da ganz froh, nicht ganz alleine zu sein. Ab Montag soll es auch wieder regnen. Heute war super. Und die Vorhersage für Morgen sieht auch gut aus. Also Fototime auf dem Preikestolen. Ich und wahrscheinlich 500 andere. Gespannt bin ich, ob ich morgen Abend Jürgen und Manuela wiedersehe. Im Moment gibt es keinen Grund an Abbruch zu denken.

    Letztes Bild: Blick auf den Hafen von Stavanger

  • Tag 22 Egersund nach Bore Strandcamping, Freitag, 5. Juni 2026

    Ich hatte ja schon berichtet, dass der Campingplatz direkt am Meer war. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet. Aber ich bin ja schon fit im abbauen und habe heute morgen eine trockene Stunde genutzt, um alles einzupacken. Dann ging’s los. Steigungstrecken mit über 23 %, Regen von vorne. Oben eine wunderbare Landschaft, die im tiefen Nebel liegt und die eintöniger nicht am Nordkap sein kann. Kein Wunder, dass die Norweger hier kein Alkohol trinken dürfen am Wochenende. Aber ganz oben da gab es eine wunderbare Hütte ganz modern. Man hätte sich reinsetzen können das Kaminfeuer anmachen können und warten bis der Regen aufhört. Aber dann kommt man nicht weiter. Mich habe zwei Norweger überholt, die mal eben mit ihrem Rennrad von Egersund nach Stavanger fahren. Sie haben mich gefragt, ob die Frau die sie unten überholten, meine Frau wäre. Das habe ich verneint. Sie haben gefragt, ob ich sicher sei. Ja.
    Jedenfalls hat mich diese Frau heute Abend eingeholt. Sie heißt Eva. Muss ich jung aussehen, wenn man sie für meine Frau hält.
    Nach diesem Anstieg ging es dann natürlich überwiegend bergab. Dafür setzte dann aber Regen ein und zwar in einer Stärke, die ich bisher hier noch nicht erlebt hatte. Ich war gut angezogen gegen Regen. Der Wind kam von links. Die linke Seite war komplett nass, nicht nur das Gesicht auch die Hose die Unterhose, das Hemd, alles.
    Ein Kaffee in der Tankstelle und zwei Würstchen dazu waren echt gut. Und dann kam ich ans Meer. Hier war der Weg nur noch so eine Art Kuhpfad. Das Meer war zum greifen nah, aber ich konnte nicht hinsehen, weil erstens der Wind den Regen vom Meer blies und der traf nur einen, nämlich mich. Und zweitens hätte ich dann den Weg aus dem Auge verloren und hätte mich garantiert hingelegt. Er war matschig, schlammig und der Geruch stark nach Kuhdung. Meine Gedanken drehten sich eigentlich immer darum, eine neuen Fluch zu finden und wie ich es schaffe, in Stavanger einfach alles hinzuschmeißen und nach Hause zu fahren. Und dann ganz plötzlich hört es auf zu regnen. Am Himmel waren blaue Stellen zu erkennen die Sonne kam raus. Ich kam an eine Stelle mit einer schwankenden Holzbrücke über einen Fluss. Das Wasser glitzerte in der Sonne, und ich habe mich auf eine wie zufällig dort stehende Bank gesetzt. Einen Apfel gegessen und einen Schluck Wasser getrunken. Und all diese Schmerzen und dieses Leiden,(Ok ich überdramtisiere) das vorher war, war plötzlich vergessen. Es ist ganz merkwürdig. Morgen geht es weiter nach Starvanger. Übrigens um noch mal diese Geschichte mit dem hey zu ergänzen. Ich hab’s jetzt raus. Man muss wirklich freundlich lächeln. Hey sagen und dabei mit dem Kopf nicken. Die sturen Norweger Antworten mit einem Kopfnicken, die etwas offenren mit einem Kopfnicken und einem hey und die, die einen für bekloppt halten, weil man bei diesem Wetter mit so viel Gepäck auf dem Fahrrad fährt, lächeln und sagen hey hey. Ich habe nicht viele Bilder gemacht, heute vielleicht ein paar um die Einöde zu zeigen und dann welche, um zu zeigen wie schön es sein kann, wenn die Sonne scheint.

    auf dem Holzschild wird klar, wo cocacola die geheimen Zutaten für Fanta abkratzt. Und den Vogel auf der Staße ( ich habe gehalten, weil er von rechts kam) halte ich für eine Bekassine.

  • Tag 21 Austad bis Egersund Donnerstag, 4.Juni 2026

    Screenshot


    Was für ein Tag! Am Morgen war meine Stimmung am Ende. Eigentlich wollte ich lieber abbrechen es hatte die Ganze Nacht durch geregnet und die Aussichten waren erschütternd. Es sollte den ganzen Tag hindurch immer wieder starke Schauer geben. Ich weiß nicht warum aber irgendwann habe ich dann doch das Zelt abgebaut mich aufs Fahrrad gesetzt, schon im Regen und bin losgefahren. Nach einigen Kilometern habe ich dann endlich Flekkefjord erreicht. Da es aber so stark geregnet hat, bin ich mehr oder weniger einfach durchgefahren. Es ist ein schönes Örtchen mit einem schönen Hafen, wo man bestimmten den halben Tag sitzen kann und Kaffee trinken.
    Und dann irgendwann hörte es auf zu regnen es wurde wärmer. Das Wetter wurde nicht schöner. Es war ständig grau und nebelig, Aber ich konnte die Landschaft erkennen und vor allem ich konnte diese Regenklamotten ausziehen. Natürlich immer in Bereitschaft halten, weil es ja immer so aus, als würde es doch regnen. Es waren insgesamt drei mächtige Steigung von über 200 m und diese Steigungen waren natürlich nicht langsam ansteigend, sondern immer mit ziemlich heftigen, zum Teil serpentinenartigen Steigungen.
    Aber was für eine Landschaft.
    Bilder füge ich morgen hinzu. Heute habe ich keine Zeit dafür.

    Weil ich morgens so spät losgekommen bin, war ich natürlich auch insgesamt spät dran So gegen 15:30 Uhr hab ich ein kleines Fischerdörfchen (Sogendalsstranda) erreicht und weil es ja nur noch 10 km waren, hab ich mich dort an einen Tisch gesetzt, Fisch und Chips, die wirklich lecker waren, gegessen, einen Apfelsaft dazu und habe es mir ein wenig gut gehen lassen. Das Wetter zog sich so langsam wieder zusammen. Es hat aber nicht angefangen zu regnen. Und dann bin ich zu meinem vermeintlichen Campingplatz gefahren und es stellte sich heraus. Es gab diesen Campingplatz nicht. Dort standen nur Ruinen. Anscheinend hat der Campingplatz über den Winter pleite gemacht. Insgesamt machte der ganze Ort so einen Eindruck von Wikinger Verehrung und hatte so einen kleinen braunen Beigeschmack. Er war mir nicht geheuer. Sonst hätte man ja einfach so campen können. Nach langem hin und her habe ich mich am Ende aufs Fahrrad gesetzt und bin noch mal 30 km gefahren zum nächsten Campingplatz, der leider auch noch 6 km von meiner eigentlichen Route entfernt ist. Der Campingplatz ist so lala. Es ist eher so ein Durchreise Campingplatz für Wohnmobile. Aber es ist da, was ich brauche, nur kein Trockner aber dann geht es heute eben mal ohne. Der Campingplatz liegt direkt am Meer. Und wie es sein musste: Beim Zelt aufbauen hat es in Strömen gegossen und es war Sturm. Auch eine neue Erfahrung Zelt aufbauen bei Sturm und Regen. Hat aber geklappt. Fast alles ist trocken und ich werde wohlig schlafen.

    Wer nach langer Abfahrt den Joker erreicht, weiß ihn zu schätzen. Aber den Bauch nicht zu voll schlagen. Es geht wieder bergauf. Das letzte Bild ist das Restaurante noch ohne Fisch and Ships.

  • Tag 20 Åpta nach Austad (kurz vor Flekkeflord)

    Åpta nach Austad

    Ich sag nur Regen, Regen, Regen. Seit der Serpentinenstrecke nach Lyngdal fühlen sich meine Beine an wie Gummi. Morgens kann ich noch so viel Kraft einsetzen. Ich hab immer das Gefühl da kommt nix. Deshalb bin ich heute eigentlich ganz froh, dass die Fahrt so relativ kurz war. Obwohl es fast 1000 Höhenmeter waren. Außerdem hat es so gegen hallb elf angefangen zu regnen (nachdem es um halb neun aufgehört hat)immer so dünn weg. Und dann irgendwann so gegen zwölf hat es angefangen so richtig zu regnen. Ich hatte vorher nur die Weste an und ein T-Shirt darunter, weil das bisschen Regen Nix macht. Verdampft ohnehin wenn man so warm ist.Aber als es dann richtig anfing zu regnen und zwar so plötzlich, dass man gar nicht mehr schnell absteigen konnte und irgendwie noch was anziehen. Da habe ich gemerkt, wie der Regen ganz langsam durch den Rücken der Weste kam. Das T-Shirt, das vorher warm nass war, wurde kalt nass und es lief der Tropfen so ganz langsam den Rücken runter. Am Ende war es nicht nur ein Tropfen aber weiter als bis zum Gummibandrand der Merinounterhose ist das Wasser nicht gekommen. (Oder es war so warm, dass ich es nicht mehr gemerkt habe) Und das Ganze bergauf und bergab. Dieses bergauf fahren macht mich echt fertig. Ich hab inzwischen festgestellt, dass ich mich um Steigerung größer 10 % mit dem Gepäck und meinem Eigengewicht nicht kümmern muss. Ich steige einfach ab und schiebe sonst sterbe ich unterwegs oder das Fahrrad geht kaputt. Das schieben ist auch nicht unbedingt leichter. Aber es besteht wenigstens nicht die Gefahr, dass man stehen bleibt und umkippt und das nächste Auto über einen drüber fährt. Man kann dann immer ein paar 100 m schieben, dann einmal verschnaufen und dann wieder 100 m schieben. Je nach Steigung sind es manchmal auch nur 50 m. So ziehen sich zwei oder 3 km Steigung ziemlich lange hin. Manchmal lohnt es sich auch nicht für 50 m, die dann vielleicht nur 5, 6 oder 7 % Steigung haben wieder aufs Fahrrad aufzusteigen. Man schiebt einfach weiter. Es ist so eine Art Trott.
    Trotzdem ist es tierisch anstrengend und ich frage mich unterwegs häufig warum ich mir das antue. Zu Hause sitzen dem Regen zugucken vielleicht mal rausgehen wenn es gerade nicht regnet dem Rasenmäher zusehen und einfach den Tag genießen. Stattdessen quäle ich mich diese Berge hoch. Übrigens seit drei Tagen ohne Gleitkreme und es funktioniert trotzdem.Es tut auch nicht mehr am Hintern weh als sonst. Also eigentlich unnötiger Ballast aber ich hab Angst, dass es doch mehr wird und deswegen hebe ich sie doch noch auf und fahr sie wieder jeden Berg hinauf.
    Die Landschaft hier ist echt umwerfend. Es ist ein grün auf jedem Felsen. Der Felsen selber ist häufig grün, weil von Moos bedeckt und wenn die Sonne rauskommt, gibt es ein Licht, dass ist unfassbar. Trotzdem geht mir dieser Regen total auf den Senkel.
    Der Campingplatz auf dem ich bin, ist nicht so sehr zu empfehlen. Irgendwie machen die alle gerade erst auf hier. Das Wetter ist ja auch eher bescheiden. Die Küche hat kein Wasser man hat ganz modern, wie Norweger nunmal sein wollen, natürlich einen Inductionsherd hingestellt. Finde ich immer gut, wenn ich nicht mein eigenes Gas benutzen muss. Leider ist mein Kochgeschirr aus Aluminium. Also doch wieder den Gasbrenner anwerfen und los.
    Heute habe ich mit zwei Portionen Nudeln gegönnt. Eine mit Zwiebeln und Tomatensoße und eine einfach nur mit Ketchup. Auch weil der Ketchup weg muss, der ist schwer.
    Fazit für heute: Ich war zwei Tage nacheinander völlig durchnässt. Die Knie tun weh. Die Oberschenkel haben Muskelkater. Mein Ichiasnerv nervt. Ich habe leichte Rückenschmerzen im Brustwirbel Bereich. Aber es ist ein total tolles Gefühl diese Strecke mal wieder geschafft zu haben. Gut, dass es Zwischenziele gibt, sonst wäre der Weg als Ziel eine Katastrophe. Ich hänge noch ein paar Bilder hinten dran. Obwohl bei dem Regen das Fotografieren nicht wirklich Spaß macht. Und man doch eher die nächste Steigung im Blick hat oder die rasante Abfahrt. Ich habe auch eine Abfahrt aufgenommen, aber die Filmchen mit der GoPro sind immer etwas riesig. Die muss man erst noch bearbeiten, bevor man sie ins Internet stellen kann. Da hier das WLAN nicht bis zur Zeltwiese reicht, werde ich heute darauf verzichten. Ich lege mich früh hin und kann hoffentlich lange schlafen.

    Das Lachen wirkt etwas gekünstelt. Ist es auch! Da gab’s gerade nix zu lachen. Es hat geregnet und war saukalt.

  • Tag 19 Von Lyngdal nach Åpta

    Von Lyngdal nach Åpta

    Heute nur ganz kurz. Bin total platt. Es hat den ganzen Tag geregnet. Sprüh-, Niesel-, Land- und Tröpfelregen, alles dabei.
    Außerdem gehen mir die Höhenmeter ganz schön an die Substanz. Steigungen von 10 % mit vollem Gepäck auf frisch aufgerautem Grus -so nennen die Norweger ihre nicht asphaltierten Wege: Grusvejen. Entweder glitschiger-schlammig oder frisch aufgefrischt und für mich praktisch nicht befahrbar.
    Farsund scheint ein nettes Städchen am Meer zu sein. Die Tankstelle am Ortseingang hat Kaffee und Essbares. Es ist warm. Die Stadt und den Hafen habe ich im Regen liegen lassen. Das Handy habe ich verpackt gelassen Zu viel Regen…
    Zum Schluss hat es dann doch aufgehört zu regnen. Der Campingplatz ist teuer. Supersauber, hat aber keine Küche. Jedenfalls keine, die ich gefunden habe. Das Zelt steht direkt am Wasser.

  • Tag 18 von Mandal über Lindesnes nach Lyngdal

    Torenverlauf mit Höhendiagramm

    So heute etwas später. Ich bin ziemlich platt und natürlich auch mein Fahrrad. Also heute Abend erst mal flicken und dann sich um den Blog kümmern.
    Es ging schon heute Morgen mit einer heftigen Steigung auf einem Schotterweg los. Um 9:00 Uhr war ich eigentlich schon einmal fertig.
    Ich habe mir schon in Dänemark so ein Mantra zurecht gelegt. Wenn die Schotterwege gar nicht mehr aufhören, dann hilft es eigentlich zu sagen: „ich liebe Fahrradfahren (und ich liebe auch Ina meine Frau und meine Kinder und meine angeheirateten Kinder und meine Schwester und die Verwandten von Ina und auch sonst noch die/den ein oder anderen)“ wenn ich das „ich liebe Fahrradfahren“ so etwa zweimal in einer Minute sage, hilft das wirklich weiter. Man kann sich ja überlegen, dass, wenn man es so ungefähr 120 mal pro Stunde gesagt hat, es am Ende auch glaubt. Und es ist auch klar, dass ich den Klammerzusatz nicht hinkriegt.
    Seit gestern habe ich ein neues Mantra. Immer wenn eine Steigung kommt: „das schaffe ich“ am Anfang als ganzen Satz und wenn der Puls so bei 150 ist, dann geht noch bei jedem Ausatmen Das – schaffe – ich.
    Heute musste ich leider einmal einsehen: Das – schaffe – ich -nicht. Und dann habe ich 3km Serpentinen hochgeschoben, um dann oben festzustellen, dass ich einen Plattfuß auf dem Hinterrad hatte. Es war mir schon den ganzen Tag so komisch vorgekommen bei den Abfahrten, dass das Fahrrad so schwimmt. Aber ich habe das darauf zurückgeführt, dass ich die Satteltaschen anders gepackt hatte. In Wirklichkeit hatte ich so einen ganz schleichenden Plattfuß. Während ich den Plattfuß begutachtete und mit der Elektropumpe kurz Luft nachgefüllt habe, hielt tatsächlich ein Norweger an und rief mir zu „you’re on the top now, womit er mir sagen wollte, dass ich oben bin. Er hatte nicht ganz recht, aber mit dem wieder aufgepumpten Radkonnte ich auch die letzten Höhenmeter schaffen.
    Genug gestöhnt. Es waren tolle Abfahrten dabei und ich war am südlichsten Punkt von Norwegen. Dem Leuchtturm von Lindesnes. Natürlich habe ich von dort eine Postkarte geschrieben. Bild vom Postkartenschrieb seht ihr unten. Der Leuchtturm in Lindenes ist eine echte Touristenattraktion jeder Wohnmobilfahrer, jeder Mopedfahrer, der was auf sich hält, fährt dorthin. Die Fahrradfahrer müssen dafür zweimal über einen Berg aber der geht noch. Den schafft man mit. „ Das schaffe ich“.
    In Norwegen kann man eigentlich sagen, schöne Sachen sind entweder anstrengend oder teuer. Tolle Sachen sind anstrengend und teuer. Der Leuchtturm lag heut morgen im Nebel. Ich habe trotzdem Eintritt für den Leuchtturm bezahlt und mir dort die Bilder von anderen Leuchttürmen angeguckt. Auf den Leuchtturm bin ich nicht gegangen, weil man von da oben auch nur Nebel gesehen hat, wie mir andere, die bereits oben waren, bestätigten. Im dazugehörigen Café gab’s einen Kaffee der trinkbar war ungefähr so wie der an der Tankstelle vorher. Er kostete aber das doppelte und es gab einen Brownie, der, weil Leuchtturm auf norwegisch Fyr heißt, Fyr Brownie hieß und trotzdem schmeckte. Außerdem habe ich noch so ein Wappen mit dem Leuchtturm darauf gekauft und auch auf das Fahrrad geklebt. Darüber ist das Norwegenwappen und darüber kommt dann irgendwann mal das Nordkap Logo. So jetzt noch ein paar schöne Bilder von heute

  • Tag 17 von Kristiansand nach Mandal, Sonntag, 31. Mai 2026

    Wochenübersicht
    Screenshot

    So, erster Tag in Norwegen auf dem Fahrrad. Es ist schon etwas anderes, ob man einen Berg hoch fährt oder mit Rückenwind auf einem gut ausgebauten Fahrradweg mit Rückenwind fährt. Die Wege sind gut die Beschilderung eigentlich auch gut. Hin und wieder ist es aber schon hilfreich, wenn man auf sein Navi sieht. Der Norweger an sich ist nicht so freundlich wie der Däne. Sie sind eher verschlossen um ein hey aus ihnen heraus zu locken muss man schon sehr sehr freundlich lächeln. Das macht aber nichts. Ich glaube sie sind trotzdem sehr hilfsbereit. Der Campingplatz, auf dem ich bin ist echt Deluxe dafür kostet er auch 410 Kronen. Die Stadt Mandal ist eher etwas langweilig. Es gibt schöne weiße Häuser, einen Hafen, 16.000 Einwohner und noch mal 1000 Yachten. Aber morgen geht es ganz weit nach Süden. Den südlichsten Teil von Norwegen besuche ich morgen. Dafür muss ich zweimal über einen Berg einmal auf der Hintour zum Leuchtturm und auf dem Rückweg zu vom Leuchtturm. Meine Nachbarn hier in den Wohnmobilen kommen aus Lünen und Wesel. So richtig verstehe ich diese Art von Camping nicht. Sie haben Satelitenantennen ausgefahren, Trinken Dornfelder auf tollen Gartenstühlen und gehen in ein super sauberes Badezimmer zum Waschen und Duschen. Und sie unterhalten sich mit den Nachbarn aus Lünen, bzw. Wesel.Ich war schon früh hier. Die Mobile standen schon. Zwischendurch habe ich mir die alte Holzkirche (Mandal Kirke) angesehen. Die Nachbarn haben aber weiter Wein getrunken in ihren Gartenstühlen unter dem Vorzelt. Kann man eigentlich auch in Bottrop machen…

    Es regnet und Sonntags ist in Norwegen echt fat alles zu.

  • Tag 16 Ruhetag in Kristiansand, Samstag, 30.Mai 2026

    Christiansand ist echt klein. Bei dem blauen Punkt ist mein Hotel und bis zur anderen Seite geht man vielleicht eine Viertelstunde. Meine schwierigste Aufgabe heute war es zuerst eine Postkarte zu finden und dann auch noch einen Briefkasten. Die freundliche Bedienung in dem Buchladen hatte gesagt, man könne sie gar nicht verfehlen, sie wären knallrot. Zum Glück habe ich mir aber erklären lassen, wo wohl der nächste hängt. Ohne die Beschreibung hätte ich ihn glaube ich nicht gefunden.

    ich bin eher durch Zufall auf diese Aufschrift auf einem Gebäude gestoßen. Ich finde das Wort Omsorgssenter klingt viel besser als Altenheim oder Seniorenresidenz. Man merkt dem Wort an, worum es geht, nämlich um das umsorgen.

    Insgesamt ist Kristiansand eine sehr quirlige, eher junge Stadt. Die Menschen sind bei gutem Wetter fröhlich auf der Straße. Sie sitzen in Biergärten, die übrigens alle mit einem Zaun umgeben sein müssen, denn nur in geschlossenen Räumen darf Alkohol getrunken werden.

    Insgesamt eine gute Stadt zum erholen. Ich habe lange geschlafen einen Spaziergang gemacht, dabei fast die ganze Stadt gesehen, noch mal geschlafen, war ein bisschen einkaufen. Ich habe ein paar Sachen sortiert und mir die nächsten Touren angesehen. Und ich habe im Reiseführer nachgelesen. Und zum Schluss habe ich versucht heute Abend noch Bier zu kaufen. Das geht aber nicht. Der Samstagabend ist schon alkoholfrei in Norwegen. Zumindest wenn man Alkohol im Laden kaufen will. Ich versuche es am Montag noch einmal. Bis dahin muss ich eben mit zittrigen Händen fahren. 🙂

  • Tag 15 von Hirtshals mit der Fähre nach Kristiansand, Freitag, 29.Mai 2026

    Nahezu Radfrei…

    Hirtshals – Kristiansand

    Bevor ich in die Überfahrt einsteige, noch einen kurzen Nachtrag zu der Skagenfahrt am Donnerstag. Die Dänen geben ja auch ihren Waldwegen Namen. Das sind recht aufwändig erstellte Holzschilder mit teils sehr langen Namen, wie Karl-Friedrich-Förster-vej oder so. Bei meiner Fahrt nach Skagen bin ich aber auch durch eine Art antike Ferienhaussiedlung gekommen. Da gab es den Venusvej, dien Zeus- und Appolovej, den Marsvej und noch so einige andere und auch den Pegasusvej. Tja, wenn der Poseidon mit irgendeiner Meduse….dann gibt es geflügelte Pferde. Interessant, weil wir dann die Reihe mit den fliegenden Tieren bei Rückenwind vielleicht noch ergänzen können.

    Tschau Dänemark! Im Hinterggrund die Küste Dänemarks. Ich mit langer Hose und ohne Klickschuhe. Schließlich geht es in ein Hotel in Kristiansand. Das Fahrrad konnte nicht mit aufs Bild, das war unter Deck verzurrt.

    Hallo Norwegen. Auf den ersten Blick weiß man, warum es hier Trollgeschichten gibt, düster und geheimnisvoll. Was mir natürlich sofort auffällt: Es gibt hier Berge und Hügel.
    Kristinsand wurde von König Kristian dem IV 1641 als Garnisonsstadt gegründet. Am Anfang mussten die Leute hierher zwangsumgesiedelt werden (da fällt mir der neue Standort der NV-Verwaltung ein). Aber nachdem die Dänen nicht mehr Gegner, sondern Transitland für Waren und deutsche Urlauber wurden, wuchs die Stadt aufgrund des Fährbetriebes an und schließlich siedelte sich auch Industrie an. Heute leben hier 116.000 Einwohner. Angeblich sollen es die Norweger hier geschafft haben alte und neue Architektur mit mehr Harmonie als in anderen Städten Norwegens zu kombinieren. Ich habe jetzt schon Angst vor den anderen Städten. Aber bevor ich Euch meinen ersten Rundgang zeige, kurz das Einchecken ins Hotel:
    Ich habe ein Zimmer in der Citybox gemietet. Elektronisches Check-in laut Googlewerbung 30 Sekunden. Bei Engelbert hat es 30 Minuten und der Hilfe eines Mitarbeiters bedurft. (Mein Sohn fasst sich jetzt wahrscheinlich an den Kopf und quetscht verächtlich „Boomer“ durch seine Lippen). Mir war es auch peinlich, aber mich kennt hier am Sonntag ja keiner mehr, was soll’s. Das Fahrrad durfte ich ganz locker in dem schicken Konferenzraum abstellen. Der wird erst Montag wieder benötigt. Als ich zu einem Rundgang in die Stadt aufbreche, stehen zwei verzweifelte Gäste vor dem Checkinautomaten, zwei Mitarbeiter dabei. Eine Seite des Automaten ist geöffnet und ein Mitarbeiter beugt sich über Mechanik und Elektronik. Ich will erst den beiden NochnichtGästen zurufen, sie sollen sich nichts daraus machen, der Automat sei der Blöde. Dann gebe ich aber dem Impuls doch nicht nach und überlasse sie ihrem Schicksal als dumme Boomer.
    Am Samstag werde ich die in Quadraten angelegte Innenstadt mal richtig besichtigen. Bis dahin schon einmal einige Eindrücke. Man achte auf das sechste Bild. Hier gibt es eine Art Allee in einer engen Straße aus Mehlbeere (Sorbus aria). Sieht man nicht so oft. Und ich habe genau hingeschaut und die Blüten versenden keinen berauschenden Duft und das Bier habe ich auch erst hinterher getrunken. (Für Thorsten: es gibt Mehlbeere, Vogelbeere (oder Eberesche), Elsbeere und Speierling, alle aus der Gattung Sorbus. Vielleicht eine Idee für SAP)

  • Tag 14 von Hirtshals nach Skagen und zurück, Donnerstag, 28.Mai 2026

    Hirtshals – Skagen und zurück

    Geplant war ursprünglich mit vollem Gepäck nach Skagen, dann zurück bis Skieren und morgen dann von da auf die Fähre. Habe mich aber für einen 2. Tag in Hirtshals entschieden und bin dann ohne Gepäck nach Skagen und zurück gefahren. Eine super Tour mit richtig tollem Wetter und Wegen, wie sie besser hätten nicht sein können. Und ohne Gepäck fährt man ja wie befreit. Allerdings wird man von anderen Radreisenden auch nicht mehr gegrüßt, denn man ist ja nur irgendein Radfahrer. War trotzdem toll. Irgendwann kommen auf einmal von beiden Seiten die Dünen immer näher an den Radweg und dann ist es auf einmal da: Skagen. Ein munterer Touristenort mit sogar Industrieanlagen und den unvermeidlichen AIDAs im Hafen und ihren Passagieren auf den Straßen.

    Das Treffen von Leuten und vor allem das Wiedertreffen ist natürlich zufällig. Ich hatte gehofft Nina (nicht Hagen) auf dem Weg nach Skagen, die ich in Brunsbüttel getroffen hatte noch einmal wiederzusehen. Stattdessen habe ich Ulli und Mario (dem Dialekt nach Berliner) wieder getroffen. Aber nur, weil ich mir eine viertel Stunde Nickerchen unterwegs gegönnt habe und einen Abzweig meines NAVIs verpasst habe. Und die beiden sind nicht exakt den Küstenradweg gefahren. Wir haben eine viertel Stunde gequatscht und über Leute (Radwanderer) erzählt, die wir alle von der Tour kannten. Das Leben hat Zufälle. Die beiden fahren noch bis Skagen und dann wieder nach Hause. Urlaubsende.
    Bevor ich noch ein paar Bilder anhänge ein Hinweis. Wenn jemand einen Kommentar abgeben möchte zu meinem Geschreibsel, muss er die Tagesüberschrift doppelt anklicken. Er kommt dann in den Einzeltag. Nur den kann man kommentieren und nur dort sind die Kommentare der anderen zu sehen. Ich bekomme dann eine e-mail von wordpress und kann den Kommentar freigeben oder nicht. Wenn jemand zwar kommentieren möchte, dies aber nicht öffentlich machen möchte, kann er ja in den Kommentar „nur für Dich“ oder so ähnlich reinschreiben. Dann gebe ich die Kommentare nicht frei. Freue mich aber trotzdem.

    Und morgen geht es nach Norwegen. Im Vergleich zu den Touren, die dort auf mich warten, waren das bisher Sonntagsfahrten…

  • Tag 13 von Svinkløv nach Hirtshals, Mittwoch, 27. Mai 2026

    …bis Hirtshals

    So, tolle Tour. Anstrengend aber mit atemberaubender Landschaft, tollen Wegen und nich so vielen Schotterstrecken, sodass man die 87km locker abfahren konnte. Einige kleine Bergwertungen, die aber übersichtlich waren und selbst für ältere Männer mit zu viel Gepäck machbar.
    Ich muss mich außerdem korrigieren. Der Schlehenblütenrausch war ein Wildbirnenrausch. Man sollte doch genauer hinsehen. Letzte Nacht stand aber einer direkt neben meinem Zelt. Zum Rausch konnte es nicht kommen, weil der Wind alles verwirbelt hat. Aber es war eindeutig zu bestimmen. Keine Warzen an den Blattansätzen und eindeutig Birnenblätter. Wilde Birnen ist bei uns ja eher selten. Hier aber häufig anzutreffen. Zumindest an Wegerändern. Tja, und Jürgen und Manuela, Radweltenbummler aus München sind auch wieder aufgetaucht.
    Mein Versprochenes zu den Nordkapfahrern. ich habe auf der Tour jetzt schon welche kennengelernt, die schon da waren, unzählige, die da noch hinwollen und noch viel mehr, die jemanden kennen, der schon da war, hin will oder unterwegs gescheitet ist.Das ist so ein bisschen wie der Mount Everest für kleine Leute. Vorteil: Bis zum Nordkaptunnel gibt es keine Schlangen. Nachteil: Die Sherpas fehlen.

    Das letzte Bild bringt uns wieder zu den fliegenden Tieren zurück. Es ist keine Biene und auch keine Schwalbe….

  • Tag 12 von Nørre Vorupør nach Svinkløv, Dienstag, 26.Mai 2026

    Es war ja eine relativ kurze Fahrt mit 87 km. Morgen werde ich die ersten echten gefahrenen 1000 km auf der Tour knacken. Mein NAVI ist da etwas genauer als Komoot. Wunderbare Landschaft, wunderbare Wege, besch… Wegebeläge. Diese Schotterpisten kosten echt Kraft und Konzentration.

    Aber sonst war es ein toller Tag. Alle Fahrradfahrer von gestern waren verschwunden.

    Und noch ein Selbstbild von gestern : Geschafft, aber glücklich.

    Die Nordkapfahrergedanken schieben wir noch einmal…
    Und Svinkløv heißt übrigens Schweinestall….

  • Tag 11 vom Nissum Fjord nach Nørre Vorupør, Montag, 25.Mai 2026

    Sehr spannende Landschaft. In Dänemark sehen selbst Industrieanlagen aus wie Spielzeugeisenbahn.
    Fahrradwanderer von gestern wiedergetroffen (das Paar heißt Manuela und Jürgen), außer den 3 Jungs, die jeden Tag 160 km ohne zu duschen machen. Hin und wieder hat man das Gefühl, man riecht sie noch. Kann aber nicht sein, die sind weit voraus und der Wind kommt von hinten. 97km? Kein Problem mehr.

    Die Kirche heißt übrigens Trans Kirke. Konnte ich jetzt noch nicht drüber nachdenken. Drin war ich auch nicht. Ich bete ohnehin fast den ganzen Tag: dass der Wind nicht dreht, der Reifen nicht platzt und keine Speiche bricht. Zugegebener Maßen nicht für den Weltfrieden.
    Das Leuchtturmfoto ist für Nina (aus Viersen).
    Und weil hier so viele Radfahrer sind, habe ich erstens keine Zeit mehr zu schreiben und dafür aber neue Gedanken zu Nordkapfahrten. Aber dazu morgen mehr. Wenn ich nicht wieder Bier trinken muss.

  • Tag 10 von Vejers Strand zum Nissum Fjord, Sonntag, 24.Mai 2026

    Nur noch 70 Tage. Da musste ich einfach ein 2tes Bier trinken.

    Super schöne Tour. Erst lange durch unbewaldete Dünenlandschaft, dann das ganze mit Wald-kühl, angenehm-, dann wieder offene Landschaft im Westen meterhohe Dünen im Osten plattes Land, soweit das Auge reicht oder die Windkraftanlagen es zulassen (einen Tod muss man sterben). Keine Zeit für krumme Gedanke, die Landschaft ist wunderbar anders. Dünen.

    Nervtötend übrigens die Schotterwege. Der Küstenradweg ändert hier hin und wieder seinen Namen. Das längste war so ungefähr „Nordseewestküstenrouteradweg“ natürlich auf dänisch aber auch ein Wort.
    Die „Moin“ Geschichte muss ich nochmal fortsetzen: Hier sagt man, zumindest, wenn man nicht noch älter ist als ich, „hey“ oder „hai“.(Außer man kommt aus Nordfrießland und ist hier zu Gast). Dabei gibt es unterschiedlichste Arten das auszusprechen und zu betonen. Sehr viele schmettern es in militärischem Ton, so dass man sich veranlasst sieht, die Hackken zusammenzuschlagen, Haltung anzunehmen, Brust raus, Bauch rein. Geht zum Glück nicht auf dem Fahrrad. Zumindest das mit den Hacken. Ich glaube es ist einfach die verbindliche dänische Art freundlich zu sein. Schön, Dich zu sehen, ich fahre oder gehe jetzt weiter.
    Völlig verblüfft war ich, als eine junge Frau, blond, hübsch, fröhlich mit „hai, hai“ antwortete. Für den Fremdländer eine echte gedankliche Herausforderung. Was wollte sie mir mitteilen: Alter sag mir nicht hai, ich sage Deins gleich dazu oder man, siehst Du gut aus für Dein Alter, bleib doch stehen und wir quatschen ein bisschen. Oder einfach ich bin gut drauf, sieh´her.
    Die wissen gar nicht, was sie anrichten mit ihrem hai, hai und dann diese atemberaubende Landschaft. Und auf einmal Fahrradwanderer…
    Und kurz vor dem Campingplatz, nach einer anstrengenden Schotterstrecke lockere Bewaldung und am Waldrand blühende Schlehen (Prunus spinosa). Da braucht es kein anderes Rauschmittel. Dieser Duft macht sofort high. Wie gerne wäre ich Biene und würde mich in diesen Blüten suhlen und dann völlig trunken in meinen Stock zurückkehren: Hausverbot! (Stockverbot)
    Literarische Sonderdiät: Schwein > Schwalbe > Biene bis zum Norkap bin ich Virus.
    Ich habe anschließend 2 Bier getrunken. Auch irgendwie berauschend aber die Lust auf Schlehenblüte bleibt.

  • Tag 9 von Husum-Ballum nach Vejers Strand, Samstag, 23.Mai 2026

    97km bis Vejers Strand. Ich nehme es gleich vorweg: Kein Speichenbruch und kein Plattfuß und zum ersten Mal das Zelt trocken ab- und aufgebaut. Dafür kommt man dann erst nach 9 Uhr los. In Esbjerk habe ich 3 neue Schläuche gekauft. Die alten entsorge ich hier heute. Alles nur Ballast.
    Ich fahre den EuroVelo 12 oder den Nationalen Radweg 1 in Dänemark. Beide heißen hier Nordseeküstenradweg.

    Morgen 92km gegen den Wind. Dafür kann ich, wenn das mit den feurigen Zungen klappt, morgen Abend Dänisch und Norwegisch. Mal sehen. Für gestern füge ich noch die Wochenübersicht ein.

    Der Weg bestand heute auf 5 km aus losem Schotter. Ich glaube die Dänen schmeißen da irgendwie ein Gemisch drauf mit einem hohen Nullkornanteil, der sich im Laufe der Jahre zu einer betonharten Oberfläche festfährt. Die 5 km waren neu angelegt. Mit einem voll beladenen Rad sind die Strecken eine echte Herausforderung.
    Zum Glück hatte ich meistens Rückenwind und einen guten Wegebelag. Wer das fliegende Schwein noch im Kopf hat, dem biete ich jetzt ein neues Bild an. Beim Radfahren kommen einem ja so manche Gedanken. Wenn man Minuten lang so dahinfliegt…Theodor Fontane:
    Die Schwalbe fliegt über den Erisee,
    Gischt schäumt um den Bug, wie Flocken von Schnee.
    Von Detroid fliegt sie nach Buffalo
    – die Herzen aber sind frei und froh…….
    Ok, das mit dem Herzen stimmt. Die einzige Gischt sind die Schweißtropfen, die von meiner Stirn laufen, die Nordsee ist hinterm Deich und die Richtung stimmt auch nicht, Mein Zwischenziel heißt Esbjerk. So ein bisschen kommt man von seinem Geschwindigkeitswahn runter, wenn einem Rennradfahrer gegen den Wind entgegenkommen, die fast genauso schnell fahren. Ich hoffe, sie bekommen nicht allzuviel von meiner Gischt mit.
    Die Schwalbe fängt übrigens Feuer, alle überleben außer dem Steuermann, John Maynard, halt aus Hallo, noch 10 Minuten bis Buffalo. Er stibt als Held des Gedichtes. Herman van Veen: „Zeugen sind selten Helden, Helden bezeugen selten“ – Trotzdem nicht immer wegducken! Tja, wenn man so auf dem Fahrrad sitzt, kann man viel Blödsinn hin- und herdenken. Es halten einen eigentlich nur vier Dinge davon ab seine Gedanken freien Lauf zu lassen: Die Landschaft um eine herum ist atemberaubend; Die Steigung, mit der man kämpft, raubt einem den Atem; Es gibt einen Defekt am Rad; natürlich: eine schöne Frau (aber ich mache während der Fahrt keine Videokonferenzen mit Ina 😘)
    Bis Esbjerk hinterm Deich. Man kann nur nach vorne oder ins Land sehen. Die Ortsschilder in Dänemark sind weiß und zeigen den Schattenriss einer Ortschaft mit ein paar Häusern. Genauso sah die Echte Ortschaft von weitem aus. In Nordfriesland sind das Warften (Höfe oder Siedlungen auf künstlich aufgeschütteten Hügeln). Hier stehen die wahrscheinlich auf Endmoränenhaufen. (Einmal mit dem Spaten ausholen, schon ein Findling.)
    In Esbjerk hat mich ein Gewitter erwischt. Ich habe es schon kommen sehen, war aber zu faul anzuhalten und die Regenklamotten anzuziehen (kein Regenschirm dabei) Plötzlich geht es los mit mit dicken Tropfen prasselt es zu Boden. Meine Rettung: ein dänisches Bushäuschen. Fahrrad abstellen, etwas trinken, Müsliriegel, Wetterradar, abwarten, aufpassen, dass man nicht auf der Bank einpennt.
    Letzte Tropfen und los. Ich glaube es waren noch 30 km zum Ziel. Es wird warm, als hätte es nicht gerade geschüttet wie aus Eimern. Die Straßen sind in wenigen Minuten wieder trocken. Der Wind bläst warm wie vorher, nur mein Ziel liegt in Westlicher Richtung. Sozusagen um mir den schönen Tag ins Gedächtnis einzubrennen, geht es die letzten 7 km über eine gerade Landstraße, auf der hunderte Deutsche an der Dänischen Küste einfallen und die Windkrafträder zeigen mir ihr Hinterleil, während sie zur anderen Seite lächelnd sich immer schnelle drehen.
    Endlich angekommen Jahrmartstimmung. Der Platz liegt mitten in den Dünen. Auf dem Platz und auch am Strand überwiegend ausgelassene angetrunkene und überwiegend Deutsche. Der Platz ist mit 37€ eine mittlere Unverschämtheit. Aber mein Zelt steht gut. Sucht es auf dem 7. Foto(oben)…

  • Tag 8, von Husum nach Husum-Ballum (Dänemark) Freitag, 22.Mai 2026

    Screenshot

    Heute 95 km von Husum nach Husum Ballum (Dänemark). Der Tag ging trübe los. Immer an der Nordseeküste lang, aber durch einen Deich getrennt. Sehen konnte ich die Noedsee nur selten. Aber wenn, dann leuchteten draußen die Halligen. Die Wege am Deich sind alle paar hundert Meter durch Tore getrennt, damit die Schafe nicht selber Entscheid können, wo sie den Deich pflegen. Am Fährableger Hallighoge endlich ein Kaffee in Sicht. Nein Hotel hat zu. Aber in Dagebüll nach 35 km endlich Frühstück. Dann die Fahrt nah Nibüll. Phänomenal! Es ist immer gut, wenn man den Windkraftanlagen sozusagen ins Gesicht schaut. Denn dann bläst der Wind von hinten. Nagelneuer Radweg, leicht bergab und Rückenwind. 150 kg fliegen dahin. Wer jetzt an ein fliegendes Schwein denkt, liegt falsch. Das würde nicht mit 80 RPM strampeln. In Dagebül in den ALDI. Obst und Bier. Dann weiter über diese Buckelradwege und schließlich in Dänemark auf einem wassergebundenen Weg ein bekanntes Geräusch.- Speiche gebrochen- Sicherung mit Kabelbinder. Noch 15 km zum Zeltplatz. Der offizielle Nordseeküstenradweg geht 2,5 km über ein echte Schotterpiste. Mühsam… Aber dann, die bekannten kleinen dänischen Straßen. das Fahrrad schwimmt irgendwie. Schleichender Plattfuß. Ich lasse den kleinen Chinesen nachpumpen und hoffe, dass die 2,5 bar bis zum Platz reichen. Tun sie… Und dann das Highlight des Tages: Ich baue die erste Speiche meines Lebens in mein Hinterrad ein. Irgendwie erhebend etwas Neues funktionierendes zu machen.Das Flicken hat nicht so geklappt. Also nochmal Rad raus. Neuen Schlauch rein Nächstes Fahrradgeschäft 2 neue Schläuche kaufen. Sonne-schöner Campingplatz-man spricht deutsch-jetzt Duschen, dann schlafen- morgen 97 km nach Fejers Strand, etwas oberhalb von Blåvant.
    Ich werde es mal mit weniger Druck auf dem Reifen versuchen. Aber wenn noch eine Speiche vor Hirtshals bricht, muss ich über den Abbruch nachdenken……..

  • Tag 7 Pause in Husum, Donnerstag, 21.Mai 2026

    So Tag 7, Pause in Husum. Ist kein Ort, den man gesehen haben muss. Obwohl, es gibt hier Leute aus Unna, die hier hin gezogen sind, weil man sich hier Häuser noch leisten kann. Ich habe einen Vidiobeweis aufgenommen, damit man sehen kann, dass ich nicht etwa im Abseits stehe, sondern mitten im Stadthafen. Zur Zeit ist der aber noch Lost in Synchronisation.
    Also Husum, Theodor Storm Stadt. Sein Garten war zu seinen Lebzeiten garantiert nicht so gepflegt. Theodor Storm hat eigentlich viele Gedichte geschrieben aber eben auch den Schimmelreiter. Hätte er gewusst, wieviele Generationen von Schülern sich die Frage stellen mussten, warum Hauke Heien sich das Leben nahm, nachdem sein Kind und seine Liebe Elke vor ihm starben. Er hätte die Geschichte nicht noch kurz vor seinem Tod zu ende geschrieben. Wurde glaube ich erst posthum veröffentlicht. Tolles Wort „posthum“ klingt so nach Verwesung…
    Aber eigentlich wollte ich ja noch einmal etwas über „Moin“ schreiben. Also nördlich von Münster, aber spätesten ab Osnabrück wird das Wort als Gruß zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzt. Dabei ist das nicht so ein Ei wie in Boiler, sondern es wird wirklich begonnen wie „Mo“rgen, also mit so einem o aus dem Bauch raus. Dann kommt ein Bruchteil einer Sekunde als Verzögerung, so als hätte man vergessen, welche Tageszeit denn nun wirklich ist, und dann folgt so wie „Dingsda“ das „in“
    Die Griechen haben dafür das Omega (letzter Buchstbe im gr. Alphabet)

    Na ja, trotz täglicher Übung bekomme ich es noch nicht wirklich lässig hin und das oi klingt immernoch ein bisschen wie eu. Nicht auf ein moin zu antworten ist zu tiefst unfreundlich. Spaß macht es Joggern mit hochrotem Kopf auf dem Radweg ein fröhliches Moin zuzurufen. Sie antworten dann meist mit einem beinahe geröchelten (zumindest kommt das ch vor) moin. Und man kann sicher sein, die nächsten 500 Meter kämpft der Jogger mit seinem Atemrhythmus.
    Fährt man selbst bergauf und es kommen einem 15 e-bike Seniore entgegen, wird man nach dem 10. dann entweder unfreundlich oder muss absteigen.
    Ich war nochmal in dem Fahrradladen und habe mir drei Speichen gekauft. Nicht, weil ich die wirklich einbauen will. ich glaube, es ist so wie mit dem Regenschirm. Wenn Mann ihn dabei hat, regnet es nicht. (Wahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit, dass es regnet wird durch den Schirm nicht beeinflusst. Die Wahrscheinlichkeit, dass man nass wird aber schon.)
    Der Werkstattmensch ist extra rausgekommen und hat gesagt, dass die Speichen wirklich sehr stramm gespannt waren und dass sie dann irgendwann brechen müssen. Und ich dachte ich sei zu fett und mein Gepäck zu schwer. Er: Dass spielt natürlich auch eine Rolle. So, morgen schreibe ich euch schon aus Dänemark. Sollte jetzt das Video endlich synchronisiert sein, kann ich das noch als Block anhängen ansonsten versuche ich es morgen.
    Übrigens finde ich das Fahrradfahren nicht mehr so sehr als Belastung. Das macht fast Spaß. Das Drumherum mit Zeltauf- und Abbau, Reparaturen und Pannen, Zeltplatzorganisation, Nahrungsbeschaffung usw. ist anstrengend, weil ungewohnt. Aber angeblich ist es ja gerade für alte Menschen hilfreich, wenn sie mal ihre normalen Routinen verlassen…

  • Tag 6 von Brunsbüttel nach Husum, Mittwoch, 20.Mai

    Leider gab es keinen morgendlichen Abschied von Nina, denn sie hat noch geschlafen, vermute ich, als ich los bin. Und da sie erst noch nach St Peter Ording will, werde ich wohl früher in Skagen sein. Natürlich hatte es nachts geregnet, das Zelt war nass und alle sagen seit Tagen: Das Wetter wird jetzt besser.
    Leichter Regen, schöne Wege, Baustelle, Plattfuß, der Regen wird stärker: Schlauchwechsel! Was habe ich gelernt?! Gleich das ganze Gepäck runter, dann muss man das Rad nicht so oft aufheben, um am Ende dann doch alles abzunehmen. Meine Akkupumpe im Taschenvormat war super und hat die 3,8 bar ohne zu murren in 2 Minuten draufgeschafft (typisch chinesisch). Als alles wieder zusammengebaut und aufgesattelt war, hörte es auf zu regnen.
    Ich fahre ja im Wesentlichen nach Norden. Der Wind blies aus Süd Süd West, Das Rad rollte mit 25, 26 oder gar 27 km/ Stunde dahin (ein gefährliches Geschoss bei unverhofften Begegnungen). Außerdem haben die Radwege hier böse Buckel und Schlaglöcher. Es scheint, als haben man Resteverwertung betrieben. Alle 50 m setzt wieder neuer Asphalt an. Und die Übergänge sind Rinnen oder Buckel-je nachdem. Hinter mir tief dunkle Wolken, vielleicht komme ich ja vorher in Husum an. Komisches Klickern am Hinterrad. Noch während ich anhalte, um nachzusehen, blockiert das Hinterrad. Eine Speiche ist gebrochen, das lose Ende hat sich in der Hinterradbremse verklemmt.
    Es war niemand in der Nähe aber ich habe sehr laut geflucht. Sch… Schlaglöcher und zu viel Gewicht. Noch während ich das denke holt mich die Gewitterwolke ein und schüttet, während ich mein Regenzeug anziehe, das Hinterrad kurz rausnehme, um die Bremse freizubekommen, nachdem ich das Gepäck hinten abgeschnallt habe, eimerweise Wasser aus.
    Ich fixiere also das lose Ende der Speiche mit -was auch sonst- Kabelbinder und nehme mir vor ganz langsam nach Husum zu schwimmen. Irgendwann hört es auf zu regnen, ich überquere die Eider, komme nach Husum bei Georg C. Hansen & Co.KG-Rad läuft jemand im Werkstattbereich mit Headset an mit vorbei ruft mir ein geschäftiges Moin (dazu schreibe ich morgen mal etwas) entgegen und ich denke: oh-je. Doch dann kommt ein freundlich interessierter junger Mitarbeiter, hört sich mein Problem an, sieht das Gepäck: „…auf der Durchreise?“ Ich frag mal eben.-Wenn es nur die Speiche ist, können Sie absatteln. Machen wir eben zwischendurch.“
    In der Zwischenzeit gehe ich in den Baumarkt, den ich vorher gesehen hatte um -man braucht sie ja anscheinend noch häufiger, als ich gedacht habe- einen neuen Vorrat an Kabelbindern zu erstehen.
    Es stellt sich heraus, in diesem Laden gibt es Alles: Blumen, Baumarktartikel, Konserven, Porzelan, Kleinmöbel, Stehrümmchen, Süßigkeiten….. Ich decke mich mit einer Tüte Schokoriegel ein. Die entlasten zwar mein Fahrrad nicht, tun aber meinem Gemüt gut.
    28,50€ und es geht zum Campingplatz. Überraschender Weise nicht so teuer, wie Google es profezeit hat, dafür kurz vom A… der Welt. Also sozusagen die Steigerung von Husum. Ich stehe allein auf einer großen Wiese. Nebenan noch ungefähr 15 Wohnmobile. Ich kann das Zelt ohne Regen aufbauen, alles trocknet schnell im Wind. Wind, so richtig, ich zurre alles fest. Morgen ist tourfrei. Es wird kalt. Ich krieche in meinen Schlafsack…

    Von Brunsbüttel nach Husum
  • Tag 5 von Bremen nach Brunsbüttel, Dienstag, 19. Mai 2026

    Die Fahrt war ok. Am Tage habe ich eigentlich bis jetzt immer Glück gehabt. Mal einen kleinen Schauer, aber sonst alles ok. In der Nacht bin ich mit Puls 110 und laut Uhr mit Vorhofflimmern aufgewacht. Meine Lippen hat der Herpesvirus besiegt und nach 5 km hatte ich Nasenbluten. Irgendwas stellt sich in meinem Körper um. Alles, was ich trinke bleibt zu 98% (nicht wissenschaftlich ausgelitert) drin oder entweicht über Schweißdrüsen. Jemand hat gesagt, man würde auch über das Atmen Wasser verlieren. Kann ich gerade nicht evaluieren. Bei Hunden ist das auf jeden Fall so.
    Jedenfalls bin ich gut in Brunsbüttel angekommen. Habe den Fahrradladen sofort gefunden (Küstenrad E-Bike Store Brunsbüttel). Die haben alles stehen und liegen lassen und sich um meine Rad gekümmert. Sie hatten tatsächlich eine passende Schraube. Und auf Empfehlung von Torsten (der ohne h und mit dem Wein und dem Rad, was ich bei Gelegenheit mal hochlade) konnte ich auch zwei Sätze Bremsbelege erstehen, falls ich in Norwegen welche brauche und der örtliche Fahrradschrauber keine vorrätig hat.
    Und dann haben sie sich auch noch um meinen quietschenden Zahnriemen gekümmert. Das war der eigentliche Hammer: Das Quietschen entsteht durch einen zu locker oder zu straff gespannten Zahnriemen. Meiner war eigentlich gar nicht gespannt und die vordere Zahnradscheibe war lose und musste mit ?? Newtenmetern angezogen werden. Das Rad war 500 km vorher in der Inspektion! Schöne Grüße an „Das Rad“ in Dortmund! – Ach ja, ein neues Fahrradschloss habe ich auch. Der Schlüssel vom alten muss mir während der Fahrt aus der Tasche gerutscht sein. Der neue Schlüssel hat jetzt erstmal einen Kabelbinder als Anänger. Schade um den alten. Der war von Marie und Ajé, kam aus Brasilien und trug meinen Namen in Holz geschnitzt.
    180€ und 20 Minuten quietschfrei weiter ein eher spärlicher, aber günstiger Campingplatz hinterm Deich. Der Bezahlautomat nahm weder eine meiner Kreditkarten noch die EC Karte.
    Die Eigentümerin „Nora“ oder so erschien dann abends und meinte, dass sei alles kein Problem, ich könnte ja bei ihr bezahlen und zwar mit jeder beliebigen Karte oder in bar. Den Zeltplatz hatten mir lägst die anderen Camper zugewiesen.
    Später kam dann noch Nina „wie Nina Hagen“ (die will nach Skagen) dazu. Sie ist Baujahr 1982, also rund 20 Jahre jünger als ich und favorisiert das Liegen ohne Isomatte direkt auf dem Boden. Das sei das Beste für den Rücken.-Will ich nicht ausprobieren-

  • Tag 4 vom Seller See bis Mackenstedt (kurz vor Bremen) Montag, 18. Mai 2026

    Die Nacht war gruselig, laut und beleuchtet. Außerdem hat es natürlich geregnet. Nasses Zelt eingepackt, Wäscheleine am Baum vergessen, Seifendose in der Dusche liegen gelassen. Schöne Fahrt, nachdem ich durch Bremen durch war. An Worbswede vorbeigefahren. Da gibt es ein Dorf das Worphausen heißt. Die haben den Antrieb für die Enterprise erfunden. (Und die Amis haben natürlich die Schreibweise geändert)

    Der Campingplatz ist super, hat aber weder W-LAN noch 5G. An meinem Gepäckträger fehlt eine Schraube. Kabelbinderflicken und morgen in Brunsbüttel in den Fahrradladen.Wieder bei Sonne das Zelt aufgebaut und dann hat es angefangen zu regnen. Das Tarp bleibt. Darunter kann man wenigstens kochen.

  • Tag 3 vom Dümmer See zum Seller See, Sonntag, 17. Mai 2026

    Heute ging es zum Seller See. Der See liegt kurz vor Bremen und ist von Autobahnen eingeschlossen.Das wird eine laute Nacht. 87 km vergingen wie im Flug, weil es Süd West Wind, also fast von hinten, gab, die Tankstellenbedienung freundlich war und geplaudert hat, während ich mir einMettwürstchen (nicht vegan) und eine Fanta habe schmecken lassen. In einem Ort, mit Namen Harpstedt gab es einen leckeren Salat mit gebratenen Lachsstreife. Die Gegend ist sehr aufgeräumt. Die Landstraßen wenig befahren und meistens mit einem gesonderten Fahrradweg ausgestattet. Ich plane meine Routen mit Komoot. In einem Ort meinet mein NAVI heute ich solle mal links abbiegen, um dann 500 Meter weiter und zwei Anstiege später wieder auf den gleichen schnellen Radweg an der Kreisstraße aufzufahren. So doll unterscheiden sich die Wohngebiete auch nicht von andern in Deutschland.
    Nach wirklich schlechter Laune heute Morgen, geht es mir heute Abend echt gut. Die Steigungen waren überschaubar

    Es war nicht mehr so kalt. Der Zeltplatz ist etwas gammelig, aber spottbillig. Der Wind beim Zeltaufbauen war warm und alles, selbst das Zelt, das Tarp und das Handtuch sind wieder trocken. Die drei schönsten Zeltplätze dieser Tour bis jetzt zeige ich unten und gehe dann etwas essen.

  • Tag 2, von Münster zum Dümmer See, Samstag, 16.Mai 2026

    Das war heute eine sehr lehrreiche Tour. Ich werde in Husum (1 Tag Aufenthalt) meine Luxusartikel: Espressomaschine, Tarp und Stöcke, Manikürset, die Dritte Garnitur, Badelatschen etc. auspacken und nach Hause schicken. An den Dammerbergen war ich kurz davor hinzuschmeißen. Mit dem jetzigen Gewicht, meins und des Gepäcks geht es nicht wirklich.Es ist, als würde hinten einer festhalten. Und Abends gibt es keine Flasche Wein mehr mit dem Nachbarn auf dem Platz. Das Wetter ist kurios. Entweder man schwitzt wie blöde, wenn die Sonnentrahlen auf die Jacke scheinen, oder man friert, weil die Sonne weg und der Nord West Wind eisig ist. Bilder und Filmchen ergänze ich in Husum. Da habe Ich Zeit und hoffentlich Strom. Jetzt muss ich schlafen. Morgen geht es weiter…

  • Tag 1 von Castrop-Rauxel nach Münster, Freitag, 15.Mai 2026

    Ich beginne die Woche mit der Übersicht….

    Und hier der Plan für den ersten Tag:

    Zum warm werden heute erst mal nur 63 km. Die Tour ging lange an der B235 lang mit den berühmten Städten Dattel, Olfen und Lüdinghausen. Letztere glaube ich mit einer Burg und einem Schloss. Auf jeden Fall eine mit einem Extrablatt und einem Fitnessteller, den man essen konnte. Die schöneren Stecken gingen dann am Dortmund Emskanal und ein paar kleinen Straßen kurz vor Münster lang. Der Tag war gut. Ab 19:00 Uhr Landregen…