80 Tage zum Nordkapp

Tag 39 Ein Ausflug in den Geirangerfjord (ohne Fahrrad), Montag, 22.Juni 2026

Die Bilder oben sind auf einem Schiff Namens Brusvic entstanden. Das Bild von mir hat ein freundlicher Amerikaner aus Chicago auf Geschäftsreise (!) gemacht.
Die Rundrerise begann auf dem Boot und führte zunächst durch den Hjørundfjord bis Øje. Ein Kleinbus fuhr dann mit den Reisenden durch das Norangsdal. Ein für seine Schönheit und seine Sennerinnen im letzten und vorletzten Jahrhundert besonders berühmtes und von der Highsociety und Naturkundlern der vorletzten Jahrhundertwende besonders geschätztes Tal. Auch die derzeitige Königin von Norwegen soll schon häufiger hier privat gesichtet worden sein. Beim Umstieg in den Bus haben wir 2 Personen der Reisegruppe verloren…Die Fjorde sind hier sehr tief…Der nächste Zwischenstopp war Hellesylt. Ein Ort, den man nicht gesehen haben muss. Neben 3 Souvenierläden, einer Pizzeria und einer mit einer Pommesbude vereinten Tankstelle (beiden gemeinsam ist die Verwendung von Öl) gab es noch einige Gebäude, die auf regelmäßige Feriengäste hinwiesen. Das Grandehotel war jedenfalls geschlossen und wurde wohl schon seit längere Zeit dem Verfall überlassen. Hier mussten wir eine Stunde (zur eigenen Verfügung) ausharren. Ein Pølser im Milchbrötchen mit Zwiebeln, Ketschup und Maio für mich. (Das war nicht so einfach, weil der Pølserverkäufer immer weggesehen hat, wenn ich ihn ansprechen wollte.-Ich war zu der Zeit der einzige Mensch vor seiner Theke.)
Von Hellesylt ging es dann wieder per Boot durch den Geirangerfjord mit Wasserfallverkostung an einem Wasserfall der sieben Schwestern. Schmeckte wie ungechlortes Wasser. War ok. Man hätte auch für 135 NoK ein kleines Fläschchen kaufen können und dann das Wasser mit nach Hause oder als Geschenk nehmen können.
Der Trollkönig, der hier ständig seine Töchter irgendwo rumliegen oder verloren hat, hatte wohl 7 Töchter.
Die Tour endete dann zunächst in Geiranger. Neben einem mittleren schwimmenden Wohnblock waren noch ungefähr 10.000 andere Menschen in dem Ort mit Wasserfall, 10 Souveniergeschäften, vielen Übernachtungsmöglichkeiten, Fastfoodläden und einem riesigen Platz für freiheitsliebende Wohnmobilreisende, die trotz der tollen Aussicht auf die Nummerschilder in der ersten und zweiten Wagenreihe nicht auf die Lifeübertragung der FußballWM in den eigenen 4 Blechteilen verzichten wollen.

Hach, is´et nich schön hier Helga! Hamwas gut, oder?

Von Geiranger aus (2 Stunden zur eigenen Verfügung) ging es über die sogenannte Adlerstraße, die leider seit den 60er Jahren Geiranger auch mit dem Auto erreichbar macht, mit dem Bus wieder zurück nach Ålesund. Adlerstraße deshalb, weil hier früher und heute (das wird bei jeder Erläuterung erwähnt) die Seeadler kreis(t)en. Ich habe keine gesehen. Dafür aber bestimmt hundert PKWs, Wohnmobile und Reisebusse. Am Ømesvingen (Adlerschwung)springen alle aus ihren Fahrzeugen („10 Minuten“) und klicken mit ihren Mobiltelefonkameras die ganze Gegend ab. Das Schlimme…,es lohnt sich:

Der liegende Wohnblock nennt sich Costa Diadema. Der Wohmobilplatz der Freiheitsliebenden liegt rechts oberhalb auf dem Bild. Man könnte es von weitem mit einem Freidhof verwechseln.
Bei aller Kleinkritik, die 2000 NoK für den Ausflug haben sich allemal gelohnt für den Rausch der Bilder. Ich hoffe, die Demenz ereilt mich nicht so schnell. Denn die Bilder unten können die Realität nur schwach abbilden.

Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Einen Tag vorher sind Martina und Jürgen die Adlerstraße mit dem Rad hochgefahren. Hut ab. Ich fand, es hat mit dem Kleinbus gereicht. Am Mittwoch muss ich wieder strampeln…

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