Es ist etwas dran, nördlich von Namsos hört die Zivilisation auf. Die Dichte der Supermärkte nimmt merklich ab. Die Menge der Wohnmobile insgesamt und die der Deutschen Wohnmobile insbesondere nimmt merklich zu. Das liegt zum einen daran, dass wir gestern ein ganzes Stück auf der offiziellen Norwegischen Touristenroute gefahren sind, zum anderen daran, dass hier in der zivilisationslosen Gegend die Fahrzeuge mit Wohnzimmer, Dusche, Toilette und Satelitenfernsehantenne, am besten geländegängig, so richtig Sinn machen. Man bringt seine eigene Zivilisation (so man eine hat) mit in die Wildnis. Eingeborene sieht man eher selten. Die Deutschen Wohnmobile erkennt man, außer an den Nummerschildern auch daran, dass sie keine Zeit verschwenden wollen, bei der Durchdringung der zivilisationslosen Wildnis. Schließlich sind sie anscheinend nicht im Urlaub hier. Da wird noch eben halsbrecherisch überholt und gedrängelt. Leider sind die Straßen hier manchmal so eng, dass Fahrräder nur überholt werden können, wenn aus der Gegenrichtung kein Fahrzeug kommt. Schwierig für viele, dann den rechten Fuß ein oder zwei Minuten ruhig zu halten.
Das Wetter war bescheiden. Aber kein Dauerregen. Und mit 15° Mittags konnte man bergauf schon mal ins Schwitzen kommen. Abends konnten wir die Zelte im Trockenen aufbauen. Die Nacht war aber nicht so trocken. In der Küche saß beim Abendessen ein großzügiger Wiener, der Bier spendiert hat und genug Geld hat, dass er nicht mehr arbeiten muss. Er geht Kitesufen, Mountainbiken, Berg- und Skiwandern, besucht Konzerte und Festivals. Er ist auf dem Weg zum Trænafestival. Træna, eine kleine norwegische Insel kurz unterhalb des Polarkreises. Der Küstenradweg verläuft deutlich weiter östlich. Man könnte eine Fähre nehmen…



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