In der letzten Nacht habe ich einen kleinen Wassereinbruch in mein Zelt gehabt. Entweder ist wirklich Wasser eingedrungen oder es hat sich soviel Kondenswasser gebildet, dass es auf das Innenzelt getropft ist. Jedenfalls gab es zwei Stellen am Innenzelt, die wirklich nass waren.(Nachtrag:Es hat sich später herausgestellt, dass immer dann das Innenzelt naß wird, wenn der Wind von der verkehrten Seite weht.) So wollte ich auf keinen Fall weiterfahren. Es wird in den nächsten Tagen eher kälter und der Regen wird auch nicht aufhören. Ich habe alle Extraschlenker aus meiner Tour herausgenommen und noch mal einen Tag gewonnen, sodass ich heute und an noch einem Tag der nächsten 19 Tage irgendwo ausharren kann. Ich habe die kleinste Hütte bekommen, die der Campingplatz hatte und habe Innen- und Außenzelt trocken. Morgen geht es weiter Richtung Svolvær. Siggi, mit dem ich jetzt seit 3 Wochen zusammen gefahren bin, ist heute alleine weiter. Unsere Wege hätten sich sonst in Alta erst getrennt. Aber er möchte über Hammerfest und Hurtigruten nach Honningsvåg und zum Nordkapp und anschließend noch über Finnland und Schweden wieder Richtung Heimat. Er hat erst im September wieder Termine zuhause. Es könnte gut sein, dass Nicole und ihre Freundin Julia heute Abend hier auftauchen. Die haben dann aber keine Hütte mehr.
Zum Glück ist der Campingplatz so gut mit Gemeinschaftsräumen ausgestattet, dass man auch ohne Unternehmungen einen ganzen Tag gut aushalten kann. Schließlich ist man ja auch mit dem Drehen und Wenden der Trocknungsdinge und den Umplanungen der Reise beschäftigt.
Es ist ungewohnt, wieder alleine zu reisen und ich bin ähnlich aufgeregt, wie zu Beginn. Aber das wird sich legen.
Bei der Durchsicht der geplanten Touren fällt dann auch auf, dass die Häufigkeit der Lebensmittelläden deutlich abnimmt. Also immer etwas Vorrat mitnehmen…
Selbst die Norweger sagen, dass es der schlechteste Sommer seit Jahren ist. Hütten sind auf den Lofoten praktisch nicht mehr zu haben.
Da, wo ich bereits im Regen war, scheint jetzt übrigens die Sonne und das schlechte Wetter zieht mit mir nach Norden weiter… Ich fahre trotzdem weiter, freue mich aber innerlich auch schon auf das Ende. Wahrscheinlich regnet es dann ab 5. August in Castrop-Rauxel ohne Unterlass. Und morgen mache ich auch wieder Fotos, mit oder ohne Bergspitzen.

Erinnerung an drei Wochen „Die drei von der Tankstelle“, denn wir haben keine ausgelassen um Kaffee zu trinken und die Toiletten aufzusuchen. Von rechts: Siggi, Nicole und ich.

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