Ich hatte ja schon berichtet, dass der Campingplatz direkt am Meer war. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet. Aber ich bin ja schon fit im abbauen und habe heute morgen eine trockene Stunde genutzt, um alles einzupacken. Dann ging’s los. Steigungstrecken mit über 23 %, Regen von vorne. Oben eine wunderbare Landschaft, die im tiefen Nebel liegt und die eintöniger nicht am Nordkap sein kann. Kein Wunder, dass die Norweger hier kein Alkohol trinken dürfen am Wochenende. Aber ganz oben da gab es eine wunderbare Hütte ganz modern. Man hätte sich reinsetzen können das Kaminfeuer anmachen können und warten bis der Regen aufhört. Aber dann kommt man nicht weiter. Mich habe zwei Norweger überholt, die mal eben mit ihrem Rennrad von Egersund nach Stavanger fahren. Sie haben mich gefragt, ob die Frau die sie unten überholten, meine Frau wäre. Das habe ich verneint. Sie haben gefragt, ob ich sicher sei. Ja.
Jedenfalls hat mich diese Frau heute Abend eingeholt. Sie heißt Eva. Muss ich jung aussehen, wenn man sie für meine Frau hält.
Nach diesem Anstieg ging es dann natürlich überwiegend bergab. Dafür setzte dann aber Regen ein und zwar in einer Stärke, die ich bisher hier noch nicht erlebt hatte. Ich war gut angezogen gegen Regen. Der Wind kam von links. Die linke Seite war komplett nass, nicht nur das Gesicht auch die Hose die Unterhose, das Hemd, alles.
Ein Kaffee in der Tankstelle und zwei Würstchen dazu waren echt gut. Und dann kam ich ans Meer. Hier war der Weg nur noch so eine Art Kuhpfad. Das Meer war zum greifen nah, aber ich konnte nicht hinsehen, weil erstens der Wind den Regen vom Meer blies und der traf nur einen, nämlich mich. Und zweitens hätte ich dann den Weg aus dem Auge verloren und hätte mich garantiert hingelegt. Er war matschig, schlammig und der Geruch stark nach Kuhdung. Meine Gedanken drehten sich eigentlich immer darum, eine neuen Fluch zu finden und wie ich es schaffe, in Stavanger einfach alles hinzuschmeißen und nach Hause zu fahren. Und dann ganz plötzlich hört es auf zu regnen. Am Himmel waren blaue Stellen zu erkennen die Sonne kam raus. Ich kam an eine Stelle mit einer schwankenden Holzbrücke über einen Fluss. Das Wasser glitzerte in der Sonne, und ich habe mich auf eine wie zufällig dort stehende Bank gesetzt. Einen Apfel gegessen und einen Schluck Wasser getrunken. Und all diese Schmerzen und dieses Leiden,(Ok ich überdramtisiere) das vorher war, war plötzlich vergessen. Es ist ganz merkwürdig. Morgen geht es weiter nach Starvanger. Übrigens um noch mal diese Geschichte mit dem hey zu ergänzen. Ich hab’s jetzt raus. Man muss wirklich freundlich lächeln. Hey sagen und dabei mit dem Kopf nicken. Die sturen Norweger Antworten mit einem Kopfnicken, die etwas offenren mit einem Kopfnicken und einem hey und die, die einen für bekloppt halten, weil man bei diesem Wetter mit so viel Gepäck auf dem Fahrrad fährt, lächeln und sagen hey hey. Ich habe nicht viele Bilder gemacht, heute vielleicht ein paar um die Einöde zu zeigen und dann welche, um zu zeigen wie schön es sein kann, wenn die Sonne scheint.









auf dem Holzschild wird klar, wo cocacola die geheimen Zutaten für Fanta abkratzt. Und den Vogel auf der Staße ( ich habe gehalten, weil er von rechts kam) halte ich für eine Bekassine.

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