So Tag 7, Pause in Husum. Ist kein Ort, den man gesehen haben muss. Obwohl, es gibt hier Leute aus Unna, die hier hin gezogen sind, weil man sich hier Häuser noch leisten kann. Ich habe einen Vidiobeweis aufgenommen, damit man sehen kann, dass ich nicht etwa im Abseits stehe, sondern mitten im Stadthafen. Zur Zeit ist der aber noch Lost in Synchronisation.
Also Husum, Theodor Storm Stadt. Sein Garten war zu seinen Lebzeiten garantiert nicht so gepflegt. Theodor Storm hat eigentlich viele Gedichte geschrieben aber eben auch den Schimmelreiter. Hätte er gewusst, wieviele Generationen von Schülern sich die Frage stellen mussten, warum Hauke Heien sich das Leben nahm, nachdem sein Kind und seine Liebe Elke vor ihm starben. Er hätte die Geschichte nicht noch kurz vor seinem Tod zu ende geschrieben. Wurde glaube ich erst posthum veröffentlicht. Tolles Wort „posthum“ klingt so nach Verwesung…
Aber eigentlich wollte ich ja noch einmal etwas über „Moin“ schreiben. Also nördlich von Münster, aber spätesten ab Osnabrück wird das Wort als Gruß zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzt. Dabei ist das nicht so ein Ei wie in Boiler, sondern es wird wirklich begonnen wie „Mo“rgen, also mit so einem o aus dem Bauch raus. Dann kommt ein Bruchteil einer Sekunde als Verzögerung, so als hätte man vergessen, welche Tageszeit denn nun wirklich ist, und dann folgt so wie „Dingsda“ das „in“
Die Griechen haben dafür das Omega (letzter Buchstbe im gr. Alphabet)
Na ja, trotz täglicher Übung bekomme ich es noch nicht wirklich lässig hin und das oi klingt immernoch ein bisschen wie eu. Nicht auf ein moin zu antworten ist zu tiefst unfreundlich. Spaß macht es Joggern mit hochrotem Kopf auf dem Radweg ein fröhliches Moin zuzurufen. Sie antworten dann meist mit einem beinahe geröchelten (zumindest kommt das ch vor) moin. Und man kann sicher sein, die nächsten 500 Meter kämpft der Jogger mit seinem Atemrhythmus.
Fährt man selbst bergauf und es kommen einem 15 e-bike Seniore entgegen, wird man nach dem 10. dann entweder unfreundlich oder muss absteigen.
Ich war nochmal in dem Fahrradladen und habe mir drei Speichen gekauft. Nicht, weil ich die wirklich einbauen will. ich glaube, es ist so wie mit dem Regenschirm. Wenn Mann ihn dabei hat, regnet es nicht. (Wahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit, dass es regnet wird durch den Schirm nicht beeinflusst. Die Wahrscheinlichkeit, dass man nass wird aber schon.)
Der Werkstattmensch ist extra rausgekommen und hat gesagt, dass die Speichen wirklich sehr stramm gespannt waren und dass sie dann irgendwann brechen müssen. Und ich dachte ich sei zu fett und mein Gepäck zu schwer. Er: Dass spielt natürlich auch eine Rolle. So, morgen schreibe ich euch schon aus Dänemark. Sollte jetzt das Video endlich synchronisiert sein, kann ich das noch als Block anhängen ansonsten versuche ich es morgen.
Übrigens finde ich das Fahrradfahren nicht mehr so sehr als Belastung. Das macht fast Spaß. Das Drumherum mit Zeltauf- und Abbau, Reparaturen und Pannen, Zeltplatzorganisation, Nahrungsbeschaffung usw. ist anstrengend, weil ungewohnt. Aber angeblich ist es ja gerade für alte Menschen hilfreich, wenn sie mal ihre normalen Routinen verlassen…

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