
Ob auf den Bergen wirklich Schnee liegt, kann ich nicht sagen. Denn ich habe die Enden der Berge, die Gipfel, nicht gesehen. Es sah eher so aus:

Es war trotzdem ein toller Tag.
Und wenn die Sonne mal rauskommt, ahnt man, dass die Berge nich grau und schwarz sonder eher etwas kitschig grün sind:

Der Wind kam mit rund 75 km/h mal von hinten, mal von der Seite und mal von vorne. Am unangenehmsten ist er von der Seite. Man liegt dann etwas in der Kurve, muss aber geradeaus. Wenn der Wind böig ist, ist es saugefährlich, weil Autofahrer sich nicht vorstellen können, was der Wind mit einem Fahrradfahrer so alles anstellen kann. Gegenwind ist da viel entspannter. Man kann sich richtig auspowern. Da es nicht so viel geregnet sondern nur genieselt hat, konnte man die Regenklamotten auf Durchzug stellen und war dann von innen nicht ganz so nass. Wenn ich gegen den Wind fahre habe ich immer die Zeilen: „Komm wir brechen Morgen aus und dann stellen wir uns gegen den Wind“ im Kopf. Die kann man auch dem Wind gut entgegenbrüllen. Die sind aus „Genug ist nich genug“ von Constantin Wecker
{Komm, wir brechen morgen aus – Und dann stellen wir uns gegen den Wind – Nur die Götter geh′n zugrunde – Wenn wir endlich gottlos sind – Auf den ersten Rängen preist man – Dienstbeflissen und wie immer die Moral – Doch mein Ego ist mir heilig – Und ihr Wohlergehen ist mir sehr egal – -Genug ist nicht genug – Ich lass mich nicht belügen – Schon schweigen ist Betrug – Genug kann nie genügen}
Das Lied passt natürlich inhaltlich nicht. Man kann es trotzdem grölen und da Konstantin ja immer ein bisschen Sprechgesang hat, kostet es auch nicht zu viel Luft. So nach 10 km gegen den Wind ist man dermaßen entspannt, dass einen auch die Anhängergespanne, die risikoreich überholen, nicht mehr aufregen.
Ich habe super gefrühstückt, weil ich um 10 Uhr schon 48 von knapp 80 km hinter mir hatte. Der Ort war etwas skurril und ich wäre fast noch schwimmen gegangen:



Man hätte auch Sauniern können mit dem Atlantik als Eisbecken. Aber 12° Außentemperatur, gefühlt 9° muss ich mich nicht unbedingt entkleiden.
Übrigens das schöne am Golfstrom in Kombination mit den Polartagen ist nicht nur, dass die Sonne nicht unter geht. Es wird auch nachts nicht wesentlich kälter. Ich möchte gerne mal so einen 20° Polartag erleben.
Ich musste 2 große Brücken überqueren. Wegen des irren Seitenwindes habe ich geschoben.


Die im Nebel war fand ich grenzwertig. Mir sind dann auch noch Fahrradfahrer schiebend entgegengekommen. Einen Fußweg gab es nur auf einer Seite- spannend.
Ich war früh am Campingplatz, dessen Gemeinschaftsanlagen ihre beste Zeit hinter sich haben. Aber ich würde gerne mal die Umgebungskulisse ohne Nebel und Wolken sehen.
Es soll bis morgen Abend nicht regnen. Mal sehen…

Schreibe einen Kommentar